Limpurger Rind

Wir haben uns mit dem Thema Biodiversität beschäftigt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir über das Limpurger Rind berichten. Hierzu haben wir einen Fachmann hinzugezogen, der uns zahlreiche Fragen über das Limpurger Rind beantwortet hat. Dieser heißt Jürgen Holl und hat mit seinen Limpurger Rindern schon so manchen Preis gewonnen. Hierzu nun das folgende Interview mit  Herrn Jürgen Holl:
 
Wie Viele Limpurger Rinder Haben Sie?

Jürgen Holl: Ich habe 22 Tiere zum Melken, also 22 Milchkühe und die Nachzucht sind ca. 65 Tiere.

Wie sind Sie an die Rinderrasse gekommen?

Jürgen Holl: Die Rinderrasse ist 1985, da waren ein Herr Wieland und ein Herr Sambrauser, die haben diese Tiere gesucht und da hatten wir in unserem Stall noch 3 Rinder mit Limpurger Blut. Dann haben wir angefangen zu Züchten. Wir haben dann solange wieder zurück gezüchtet bis man komplett rein Limpurger Rinder gehabt hat.

Haben Sie nur Limpurger Rinder oder auch andere? Warum?

Jürgen Holl: Nur Limpurger. Rein nur Limpurger. Das hat sich so ergeben als wir gezüchtet haben und die Tiere sind von dem her neigentlich genügsam und zutraulich. Das hat man ja gleich gemerkt. Sie versuchen immer gleich zu Schmusen und der Charakter von den Tieren ist einfach ein richtig guter Charakter.

Woher Stammt das Limpurger Rind ursprünglich?

Jürgen Holl: Das hat der König Wilhelm 1806 im Limpurger Land eingeführt. Das Limpurger Land war Gaildorf, Gschwend, Schwäbisch Gmünd, Aalen und Schwäbisch Hall. Hier heißt das Limpurger Rind auch Leintäler.

Warum gelangen die Limpurger Rinder eine Zeit lang in den Hintergrund? Warum ist es vom Aussterben bedroht?

Jürgen Holl: Ja da ist nicht mehr weiter gezüchtet worden und dann sind die Rassen Fleckvieh, Rot- und Schwarzbunt herausgekommen: Bei diesen Rindern ist Die Milchleistung höher. Das Limpurger Rind hat nicht so eine hohe Milchleistung wie die anderen zwei Rassen und dann ist diese Rasse nicht mehr weiter gezüchtet worden. Vor den 60er Jahren hatte man die Limpurger Rinder noch als Zugtiere und als dann die Traktoren auf den Markt gekommen sind hat man die Limpurger auch nicht mehr als Zugtiere gebraucht. Es gab dann keine Bullen mehr um weiter zu züchten und aufgrund dessen sterben sind die Limpurger Rinder  fast ausgestorben.

Wurde aufgrund dessen die "Züchtervereinigung Limpurger Rind" gegründet?

Jürgen Holl: Ja weil da ja nur noch ein paar Tiere da waren und dann ist diese Züchtervereinigung 1987 Gegründet worden. Als die Vereinigung gegründet worden ist hatte man ca. 40 Tiere und mittlerweile hat man wieder ca. 400 Muttertiere und vier Bullen.

Was gefällt ihnen an dieser Rinder Rasse im Vergleich zu anderen Rinder Rassen?

Jürgen Holl: Einmal der Charakter von diesen Tieren sie sind zutraulich, kommen gleich her, man kann sie in kleinen Gruppen halten. Auch wenn man nur fünf Tiere hat bleiben sie zutraulich, sie sind nicht anspruchsvoll an Futter. Sie nehmen auch zu wenn sie nicht das ganze Kraftfutter und Mastfutter bekommen, wie in diesen betrieben die nur auf Leistungen aus sind.

Welche Folgen hätte es für die Bevölkerung wenn man nur noch die Züchtung von Limpurger Rindern erlauben würde?

Jürgen Holl: die Zunahme beim Fleisch ist ähnlich wie beim Fleckvieh. Nur im Bereich Milchleistung fehle uns die 30 fast 40 Jahre in denen nicht gezüchtet worden ist. In diesen 30, 40 Jahren ist Fleckvieh gezüchtet worden und daher haben diese Kühe eine höhere Milchleistung als Limpurger Rinder. ES würde einfach die Milchmenge fehlen, die beim Fleckvieh vorhanden ist.

Worin sehen sie die Vorteile des Limpurger Rindes?

Jürgen Holl: Den Charakter den Sie haben, dass sie nicht anspruchsvoll beim Futter sind, dass man sie in kleinen Herden halten kann. Das Fußwerk ist gut, sie haben harte Klauen deswegen hat man sie früher nicht beschlagen müssen. Früher war diese Rasse ein drei Nutzungsrind. Arbeit, Milch und Fleisch. Das Limpurger Rind ist ein regionales Rind. Es ist an die Gegebenheiten von hier Angepasst.

Haben die Limpurger Rinder ein Qualitativ höheres Niveau und in welchen Punkten sehen sie dieses?

Jürgen Holl: Also grad in dem Fleisch. Das Fleisch des Weideochsen des Limpurger Rindes ist so fein Marmoriert, zartes Fleisch. Dieses Fleisch will man dem Verbraucher  darbringen. Der Weideochse muss im Sommer auf der Weide sein, er darf keine Maissilage bekommen, er bekommt kein Schrot, solche Zusätze bekommt er nur während der Endmast in den letzten paar Monaten und der Ochse muss mindestens 36 Monate alt sein.

Unser Fazit aus diesem Interview ist, dass das Limpurger Rind ein Rind ist, dass nicht sehr anspruchsvoll dem Futter gegenüber ist und dass man es auch in kleinen Herden halten kann. Alles in allem kann man sagen, dass das Limpurger Rind sehr nutzungseffizient ist.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Limpurger Rind
Autor
Marco Hauke und Maximilian Wittmann
Schule
Rosenstein-Gymnasium Heubach, Heubach
Klasse
10 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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