Plastik und Meere – Ein nicht funktionierendes Zusammenspiel

Jahr 2007 in Europa: 52, 5 Mio. Tonnen Kunststoff, 300 Mrd. Euro Umsatz, 1, 5 Mio. Arbeiter und 100 Mio. Tonnen Kunststoff, die weltweit jedes Jahr im Meer landen. Das sind 675 Tonnen pro Stunde. Diese Zahlen sprechen für sich. Es handelt sich dabei um kaum vorstellbare Größen, die jedes Jahr in unseren Gewässern entsorgt werden. So existieren schon heute so genannte Müllstrudel wie zum Bespiel der "Great Pacific Garbage Patch" - der große Pazifische Müllstrudel, der sich über eine Strecke von den Ausmaßen Mitteleuropas erstreckt und 3 Mio. Tonnen Plastikmüll mit sich führt.

Bereits im Jahr 1997 war das erste mal von diesem die Rede. Das Fatale, der Plastikmüll wird von keinem Organismus zersetzt, sondern besteht über viele
Jahrhunderte. Zudem ist dieser oftmals nicht zusehen, da dieser auf den Meeresgrund absinkt und so für uns nicht mehr sichtbar ist. Dabei dienen Kunststoffe als Bakterienträger und werden nicht selten von Tieren im Ozean, durch ihr zum verwechseln mit Plankton ähnlichem Aussehen und Form, gefressen. Grund dafür ist der Einfluss von Sonne, Wind, Wellen und Gezeiten, die diesen mit der Zeit durch Reibung zerkleinern.

Die Problematik an der Zerreibung bzw. Zerkleinerung liegt darin, dass die sogenannten Mikroplastik- Artikel lipophile Schadstoffe besitzen, dies bedeutet, dass sie Wasser abstoßend sind. Dieser Zustand macht es den Tieren unmöglich, das als Nahrung empfundene Plastik zu verdauen. Die Tiere tragen so große Schäden davon. Sie vollenden qualvoll, verhungern dabei mit einem Magen voller Plastik. 1 Mio. Seevögel, 100 Tausend Meeressäuger und unzählige Meeresschildkröten und Fische verlieren dabei ihr leben, wodurch die Artenvielfalt im Meer stark bedroht wird. Bereits heute stehen Tierarten wie Kegelrobben, Meeresschildkröten, verschiedene Wale, Haie und Delfine auf der Liste der am stärksten bedrohten Tierarten der Welt.

Auf unserem Speiseplan steht nicht nur Gemüse und Fleisch, sondern auch Fisch. Hat dieser zuvor in seinem Leben ein Stück Kunststoff gefressen, so gelangt dieser auch in unsere Nahrung.
Die Gefahr hierbei besteht darin, dass in Plastik Schadstoffe enthalten sind, welche unteranderem aus Weichmachern und krebserregenden PCB, einer organischen Chlorverbindung, und DDT
bestehen, die das Hormonsystem des Menschen beeinträchtigen können. Der verheerende Tsunami in Japan 2011 und die daraus resultierende nukleare Katastrophe in Fukushima, brachten eine gespenstische Umweltsünde zum Vorschein, die so zuvor noch nie eine Bedrohung für Tier und Mensch darstellte. Die atomare Strahlung macht auch vor dem Meer und m dort lagernden Müll keinen Halt und gefährdete durch Strömungen auch entfernte Teile des Ozeans. Politiker aller Nationen diskutieren seit Jahren wie eine Lösung erzielt werden könnte, die
Vermüllung zu stoppen.

Durch das MARPOL- Abkommen wurden bereits 1978 die ersten Schritte eingeleitet. Es verbietet den Eintrag von Kunststoff ins Meer und soll zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch
Schiffe beitragen. Maßnahmen gegen die Verschmutzung können sowohl vom Einzelnen, als auch von Firmen und Staaten getroffen werden. Die einfachste Gegenmaßnahme als einzelne Person,
besteht darin selbst keinen Plastikmüll in Gewässern zu entsorgen, weder als Tourist noch als Anwohner der Küstenregionen. Weiterhin ist es wichtig, dass Firmen nachhaltig wirtschaften und Methoden finden, Kunststoffe auch später noch nutzen zu können. Ein Beispiel dafür ist die Verwendung von Plastik im Straßenbau, wobei der Kunststoff in den Asphalt gemischt wird.
Außerdem ist es entscheidend, dass Staaten die gesetzlichen Regelungen konsequent überwachen und gegebenenfalls Zuwiderhandlungen bestrafen.

Generell wird es Zeit, dass sich die Bedrohung der Meere durch Kunststoff in den Köpfen festsetzt und ein jeder das Bewusstsein erlangt etwas dagegen zu tun. Das recyceln von Kunststoffen ist jedoch leichter gesagt als getan. Das Band der verschiedenen Kunststoffarten ist breit gefächert, beginnt es bei den unterschiedlich gewünschten Eigenschaften, die durch das Zusammenwirken verschiedener Synthesearten erreicht werden. So handelt es sich bei der Plastikflasche aus dem Supermarkt um einen Thermoplasten, leicht erhitzt lässt sie sich einfach verformen. Bei Steckverbindungen aus Plastik ist dies jedoch unerwünscht. Duroplaste haben die Eigenschaft trotz Erhitzung nicht zu schmelzen, sie verkohlen erst bei hohen Temperaturen. Nicht zu vergessen Schwämme oder Sitzpolster, sie sollen weich sein aber nach dem Gebrauch wieder in ihre Ursprungsform zurück gehen, diese werden als Elastomere bezeichnet. Natürlich gibt es unter diesen verschiedenen Kunststoffarten noch weitere. Fast jede gewünschte Eigenschaft lässt sich somit erreichen. Schwierig wird es jedoch erst nach dem Gebrauch, wenn es darum geht die Kunststoffe zu recyceln. Verschiedene Schmelzpunkte machen das Recycling kompliziert, da auch die Verbrennungstemperatur nicht weit davon entfernt ist. Sie müssten vorher also sortiert werden, was viel Zeit in Anspruch nimmt, z.T. aber auch gar nicht möglich ist, z.B. wenn der Flaschenkopf aus einem anderen Kunststoff besteht als der Rest der Flasche.

Zum Wegwerfen sind Kunststoffe zu schade, gebrauchte Kunststoffe stellen Wertstoffe dar, die über einen hohen Energie- und Rohstoffgehalt verfügen, darüber hinaus sollten Abfälle vermieden werden. Das Recyceln stellt sich somit als eine aufwendige Angelegenheit dar, die viel Zeit und Geld in Anspruch nimmt, sodass das einfach Wegschmeißen ins Meer zumeist lukrativer ist. Eine Lösung scheinen Biologisch abbaubare Kunststoffe zu sein. Sie bestehen aus Stärke und werden beispielsweise mit Glycerin versetzt um Folien zu produzieren. Diese Stärkekunststoffe sind z.Zt. die dominierenden biologisch abbaubaren Kunststoffe. Sie bestehen aus abbaubaren Ausgangsstoffen, sodass sie am Ende leicht zu recyceln sind.

Verschiedene Ausstellungen, wie "Endstation Meer?" in Hamburg, veranschaulichen das Problem und klären den Besucher über die verheerenden Folgen auf. Verschiedene Umweltorganisationen, wie Greenpeace, Peta und UNEP setzen sich für den Schutz der Weltmeere ein.

Informationen zum Beitrag

Titel
Plastik und Meere – Ein nicht funktionierendes Zusammenspiel
Autor
Mona Sagorski und Sebastian Schmidt
Schule
Städt. Gymnasium Leichlingen, Leichlingen
Klasse
Q2 bio1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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