Fledermausprojekt der Deutschen Bahn

In Deutschland befinden sich von der vier bis sechs Zentimeter großen, schwarzen Fledermaus nur noch Vorkommen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen. Die Rede ist von der Mopsfledermaus die in Deutschland als vom Aussterben bedroht gilt und schon lange auf der roten Liste der bedrohten Arten steht.

Die Deutsche Bahn bedroht beim Ausbau ihres Streckennetzes den Lebensraum der unter Naturschutz stehenden Fledermaus. Sie versucht aber neue Lebensräume zu schaffen. So auch in der Nähe des zukünftigen Überholbahnhofes Theuern im Landkreis Sonneberg. Dort wurden kürzlich 9 künstliche Höhlen als neue Heimat für unzählige Fledermäuse gebaut. Diese bestehen aus aufgeschichteten großquadrigen Kalkblöcken die mit kleinerem Kalkgestein überschüttet und wurden in der Plateauböschung beidseits des in einem Einschnitt verlaufenden Überholbahnhofes gebaut. Doch der Verlust der Lebensräume stellt für die Fledermaus grundsätzlich noch eine große Bedrohung dar.

Ab Oktober sollen die noch unbewohnten Quatiere, an der Strecke Nürnberg-Erfurt im Thüringer, von Fledermäusen verschiedenster Arten – vor allem von der grauen Langohr- und der Mopsfledermaus – bezogen werden. Dort werden die Tiere ihren ersten Winterschlaf entlang der ICE-Trasse verbringen. Denn als die Deutsche Bahn mit dem Bau dieses Streckenabschnittes begonnen hat,mussten sie ihre ursprüngliche Heimat verlassen. Die 4 Gleise des Überholbahnhofes werden sich bis zu 27 Meter tief durch das Hochplateau ziehen und das auf einer Länge von 1340 Metern.

In etwa 1,50 Meter Tiefe liegen, mit einer Länge von sechs bis acht Metern, die Höhlen und bieten ideale Bedingungen für den Winterschlaf der Tiere. Im Innern erinnern sie an einen Bergwerksstollen mit unzähligen Klüften, an denen sich die Tiere ansetzen können. Durch den Lärm der vorbeifahrenden Züge werden die Fledermäuse allerdings nicht gestört, denn sie siedeln sich z.B. auch in Kirchtürmen an, ohne sich am Läuten der Glocken zu stören.

Ein anders Beispiel für den Bau von Fledermausquatieren ist das Viadukt in der Nähe von Zwickau. Das Viadukt ist etwas besonderes nicht nur aufgrund der ungewöhnlichen Bauweise sondern auch wegen des Verhaltens der dort lebenden Fledermäuse. Diese beziehen ihr Quatier dort das ganze Jahr über. Bahnsprecherin Änne Kliem erzählte der freien Presse, dass die Deutsche Bahn das Problem erkannt hat und den Fledermäusen das Quatier nicht streitig machen will.
Eine Kammer mit den Ausmaßen 1,5 mal 1,5 mal 2,4 Meter wird beim Verfüllen der Hohlräume  für die Fledermäuse belassen. Die Arbeiten am Viadukt werden so gemacht das klimatischen Verhältnisse, die im Hohlraum bestehen, nicht beeinflusst und somit verändert werden.

 

Informationen zum Beitrag

Titel
Fledermausprojekt der Deutschen Bahn
Autor
Julia Maria Ziethlow
Schule
Georg-Cantor-Gymnasium, Halle
Klasse
Wahlobligatorischer Unterricht Biologie Klasse 9 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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