Der Smog Pekings – Luftverschmutzung wird sichtbar

Die Luftverschmutzung der Welt kann katastrophale Auswirkungen auf das Leben haben

14.Januar. Laura V. Schlurft die Treppe hinunter. Montag Morgen. Es ist noch dunkel, aber in Kürze wird sich die Sonne schon hinter den Bäumen zeigen, auch wenn sie bisher noch nicht in Sicht ist. Die Zeitung liegt auf dem Küchentisch. Sie wird aufgeschlagen "Peking nicht in Sicht". Der Blick schweift ab, die Sonne lässt sich heute Zeit. Weißer Nebel schwebt über dem Feld vorm Küchenfenster. "Rekordverschmutzung jenseits der Messskala […] Der dicke Smog gilt als extrem gefährlich […] Rekordhöhe von 886 Mikrogramm […] unter 50 gilt die Luft als gut" Klingt nicht sehr gesund für die Bevölkerung, aber Peking ist ja auch knapp 8000 km entfernt von hier. Hier ist es ganz anders. Die ersten Sonnenstrahlen kämpfen sich durch den Nebel. "Man wartet wie immer auf die einfachste Lösung: dass ein Wind kommt und alles wegbläst." Aber wohin ist weg?

Luftschadstoffe können über weite Distanzen verfrachtet werden und dort erheblichen Schaden anrichten. Diese Schäden sind vielschichtig: Von der unterschiedlich starken Beeinträchtigung der Gesundheit der Lebewesen bis hin zur Versauerung oder Überdüngung von Ökosystemen. Vor allem stickstoffempfindliche Ökosysteme wie beispielsweise Wälder, artenreiche Naturwiesen und auch Hoch- und Niedermoore leiden unter Überdüngung. Dies kann zur Folge eine Veränderung der Biodiversität haben.

Biodiversität ist die biologische Vielfalt und umfasst das gesamte Leben auf der Erde; dazu gehört nicht nur die Vielzahl aller Tier- und Pflanzenarten, Mikroorganismen und Pilze, sondern auch die verschiedensten Lebensräume und die Diversität innerhalb der einzelnen Arten. Die Erhaltung dieser ist folglich sehr wichtig für die zukünftigen Jahrhunderte, aber leider stark bedroht. Beispielsweise durch die Treibhausgase, die in die Atmosphäre geblasen werden, wie es zur Zeit in China immer wieder sichtbar wird. Vor allem der Anstieg der Kohlendioxidkonzentration kann zu einer tiefgreifenden globalen Umweltveränderungen führen und Prognosen zufolge die Atmosphäre erwärmen, Erderwärmung genannt. Hier ist China Spitzenreiter; dank des kritisierten "Wachstumsmodell, das auf Kosten der Umwelt geht" produziert China weit mehr als andere Staaten: an CO² "fast doppelt so viel wie die Vereinigten Staaten." Die, in Massen in die Atmosphäre gelangenden, Treibhausgase und die damit verbundene globale Erwärmung, wird zu Folge haben, dass das "neu entstandene" Klima nicht zu den Organismen passt, die in den verschiedenen Regionen bis dato ansässig waren.

Hieraus resultiert folgendes Problem: Verbreitungsgebiete werden sich verschieben, Strukturen vollständiger Ökosysteme werden sich ändern, sowie auch Zusammensetzungen von Arten. Auch in der Flora birgt der erhöhte Kohlendioxidgehalt der Luft einschneidende Entwicklungen hervor. Eine Störung des Konkurrenzgleichgewichts zwischen den verschiedenen Pflanzenarten wird entstehen und dies hat eine Qualitätsschwächung der Pflanzen als Nahrung für Lebewesen zufolge.

Natürlich denkt man als Mensch, bei den Nachrichten aus China, vorerst an die Gefahren für den Menschen. So auch Laura V., die am 31.Januar, erneut einen Artikel zum "Smog in Peking" zwischen die Finger bekommt. Menschen werden zahlreich "mit Atemwegsproblem in Kliniken eingewiesen", einigen Meinungen zufolge "könnte der Smog gefährlicher sein als die SARS-Epidemie" (2002). Die Frage nach dem Handlungsmöglichkeiten stellt sich und wird beantwortet mit "Atemmasken", "zusätzlichen Grünpflanzen" und "Luftreinigungsgeräten", da davon ausgegangen wird, dass es eine "temporäre Situation" ist. Aber wie soll diese Situation temporär bleiben, wenn nur die Symptome bekämpft werden
und nicht das Problem bei der Wurzel gepackt wird?

Es liegt auf der Hand, dass "die mit dem Smogalarm eingeleiteten kurzzeitigen Produktionsstopps in Fabriken und Fahrverbote für einen Teil der Dienstwagen" die Luftqualität kaum verbessern. Darüber hinaus können diese Maßnahmen nicht als dauerhafte Handlungsweise für das Entgegenwirken der katastrophalen Luftverschmutzung genutzt werden.

Aber genau nach dieser muss effizient gesucht werden. Die Kombination von Wachstum/Wirtschaft und Umweltschutz ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft. Reiner Egoismus ist, wenn es um die Zukunft unserer Erde geht, völlig fehl am Platz. Vielleicht ist auch ein Programm zur Behebung der Luftverschmutzung in Peking, die Lösung dafür, dass Laura V. in den nächsten Jahrzehnten auf keine Katastrophenmeldungen mehr über die "Wochen des Smogs" in der Zeitung stößt.

Informationen zum Beitrag

Titel
Der Smog Pekings – Luftverschmutzung wird sichtbar
Autor
Sarah Vannahme
Schule
Städt. Gymnasium Leichlingen, Leichlingen
Klasse
Q2 bio1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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