Verfügbarkeit von Lebensmitteln

Deutschland importiert so viel wie noch nie und nimmt im Agrar- und Lebensmittelhandel mit einem Import von 75,1 Milliarden Euro eine Spitzenposition ein.

Bei seinem Gang durch den Supermarkt, gibt es für den Deutschen nahezu nichts mehr, auf das er verzichten müsste. Die Regale sind gefüllt mit Nahrungs- und Genussmitteln, die dem Verbraucher keine Wünsche offen lassen. Selbst im kältesten Winter bei -10 °C ist es uns möglich, Bananen und Apfelsinen zu kaufen. Auch im Frühling müssen wir nicht auf den Erdbeerkuchen verzichten, sondern können die importierten Früchte verwenden, die in Spanien oder Italien bereits gereift sind. Doch um welchen Preis?

Die Kohlenstoffdioxid-Emission ist bei importierten Waren durchschnittlich doppelt bis dreifach so hoch wie bei lokalen Produkten. Je länger der Transportweg ist, desto verheerender ist die CO2- Belastung und da gerade China ein immer wichtiger werdender Handelspartner Deutschlands ist, stellt sich die Frage: Wie lange ist der steigende Import für die Umwelt noch tragbar?

Noch vor ca. 70 Jahren kannten die meisten Deutschen weder Bananen noch Apfelsinen oder sonstige Südfrüchte. In der Zeit während und zum Ende des Krieges gab es für die Bürger lediglich Essensmarken, für die sie aber meistens nur eine kleine Menge bekamen, Luxus- und Genussmittel gab es nicht. Die Menschen waren sich selbst überlassen, und mussten die nötigen Lebensmittel, wie Kohl, Erbsen oder Möhren selbst anbauen. Für die Kinder gehörte es zum Alltag, den ganzen Nachmittag auf dem Feld zu arbeiten oder am Bäckerwagen eine halbe Stunde auf Brot zu warten und dann oft nur ein Halbes zu bekommen. Lebensmittel waren kostbar und die Menschen mussten hart arbeiten, um diese zu bekommen. Fleisch gab es nur einmal in der Woche, an den restlichen sechs Tagen wurde Eintopf gekocht, der meistens unter 12 Personen oder mehr aufgeteilt werden musste. Die heutigen Supermärkte kannte man nicht, denn eingekauft wurde in "Tante – Emma" Läden, die nur wenig Angebot hatten.

Heutzutage ist die Wertschätzung von Lebensmitteln mehr und mehr verloren gegangen und das Angebot seltener Produkte, die über das ganze Jahr verfügbar sind, selbstverständlich geworden. Die Welt hat sich zu einer Konsumgesellschaft entwickelt, für die Genuss und gleichzeitig Gewinn im Vordergrund steht. Doch ist es nicht an der Zeit, etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen? Sollten wir nicht im Sinne der Umwelt und den drohenden Konsequenzen des Klimawandels auf lokale Produkte bauen? Klar ist, die Menschheit muss Abstriche machen, sonst wird es mit unserer Umwelt weiter bergab gehen.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Verfügbarkeit von Lebensmitteln
Autor
Maria Wessendorf
Schule
Ursulaschule, Osnabrück
Klasse
Politikkurs Stufe 12 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung?
Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180

Jugend recherchiert ausgezeichnet!

Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr