„Ohne Fleisch geht es für mich nicht!“

Wenn ich den Speiseplan einer Woche in einer durchschnittlichen Familie unter die Lupe nehme, wird schnell deutlich, dass so gut wie in jeder Mahlzeit Fleisch oder tierische Produkte enthalten sind. Beginnend beim Frühstück mit Aufschnitt, wie Schinken, Salami oder andere Wurstware, über das Mittagessen, mit Schnitzel, Braten oder Frikadellen, bis hin zum Abendessen, wo wieder der Aufschnitt aufgetischt wird. Doch ist ein solcher Konsum in diesem Ausmaß moralisch vertretbar?

Betrachtet man die Züchtung dieser Nutztiere, wie Rinder, Schweine oder Puten, dienen sie für viele Landwirte in Deutschland und weltweit als Lebensgrundlage. Im Gespräch mit dem Landwirt Reinhold Vogt stellte er heraus, dass es für ihn nicht ohne Fleisch geht. Dies aus zwei Gesichtspunkten: Zum Einen schmeckt es ihm und als ein nährstoffreiches Lebensmittel möchte er darauf nicht verzichten. Zum Anderen auch, da er durch den Schweinemastbetrieb seine siebenköpfige Familie versorgt.

Ist jedoch Fleisch noch ein nährstoffreiches Lebensmittel, wenn man überlegt, dass viele Tiere durch Antibiotika und Anabolika zu ihrem schlachtreifen Gewicht gebracht werden? Oder kann man nicht genauso gut auf pflanzliche Produkte wie Soja oder Tofu umsteigen, wenn sich im Fleisch die Medikamente wiederfinden, die den Tieren zugeführt wurden? Desweiteren stellt sich die Frage, wie Massentierhaltung zu beurteilen ist.

Die überzeugte Vegetarierin Anke Brüggemann verurteilt dies und ist der Ansicht, dass Tiere nicht so elendig gehalten werden dürfen, wie man es in vielen Berichten des Fernsehens schon oft gesehen hat. Außerdem denkt sie, dass die Überfleischung zu großen Teilen zum Klimawandel beiträgt. Durch den enormen Ausstoß an Methan der Kühe und Rinder, wird er nicht zu stoppen sein, wenn wir nicht handeln.

Es ist schwer sich für eine der gezeigten Positionen zu entscheiden. Eine abschließende Alternative ist es eventuell zu der Idee des Sonntagsbratens zurückzukehren und den eigenen Konsum zu überdenken und gegebenenfalls zu reduzieren.

 

Informationen zum Beitrag

Titel
„Ohne Fleisch geht es für mich nicht!“
Autor
Friederike Mittmann
Schule
Ursulaschule, Osnabrück
Klasse
Politikkurs Stufe 12 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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