Wie die Daimler AG einen grünen Daumen beweist

Vögel zwitschern, Bienen summen und unterschiedlichste Blumen wiegen sich im Wind. Eine große, artenreiche Wiese erstreckt sich über mehrere Quadratmeter. Direkt daneben eine riesige Produktionshalle, die meterhoch in den Himmel ragt. Die Produktionshalle der DAIMLER AG. Was sich hier dem Betrachter zeigt ist das Werksgelände der DAIMLER AG, dessen Freiflächen zur Erhaltung der Biodiversität dienen.

Die DAIMLER AG ist Gründungsmitglied des im Jahr 2000 eingerichteten UN Global Compact, die größte multinationale Nachhaltigkeitsinitiative der Welt, und Mitglied im Deutschen Global Compact Netzwerk. Seit 2011 ist die DAIMLER AG ebenfalls Mitglied der UN Global Compact LEAD-Gruppe und beabsichtigt in dieser, als einziger Automobilhersteller, Nachhaltigkeitsfragen und dessen Management auf den Führungsebenen zu verankern.

Als multinationales Unternehmen mit Werken überall auf der Welt muss die DAIMLER AG unterschiedliche Gesetzgebungen beachten und hat zu dem eigene Grundsätze und Richtlinien für die Nachhaltigkeit innerhalb des Unternehmens ins Leben gerufen, um so weltweit die größtmögliche Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Einer dieser Grundsätze ist das Einbeziehen der Mitarbeiter. So haben die Auszubildenden im Werk Sindelfingen in den Jahren von 2007-2012 Wanderfalkennistkästen, Wildbienenhotels, Mehlschwalbenhäuser, Fledermauskästen und weitere Vogelnistkästen auf dem Werksgelände errichtet. Besonders im Werk Sindelfingen der DAIMLER AG ist die Erhaltung der Biodiversität zu spüren.

Seit 2002 arbeitet die DAIMLER AG dort mit dem NABU Vogelschutzzentrum Mössingen zusammen. Sie befassen sich gemeinsam mit dem Brutvogel- und Fledermausmonitoring, der Schaffung und Optimierung von Lebensräumen für weitere Arten, der Analyse von Brut- und Nistplätzen, der Ableitung von Schutzmaßnahmen und vor allem der Ansiedlung bedrohter Arten. Im Jahr 2011 kann die DAIMLER AG 35 Vogelarten auf allen Untersuchungsgebieten und 30 Vogelarten alleine im Werk Sindelfingen festmachen. Darunter sind die Bluthänflinge, Schwanzmeisen, Mauersegler, Hausrotschwänze, Haussperlinge und Grünfinken. Sogar 11 Fledermausarten nutzen das Werk als Schlafplatz oder Jagdrevier.

Statistiken zufolge gab es 2005 ein Mauersegler-Paar, welches auch erfolgreich in der Fortpflanzung war. 2011 gab es dann schon fünf Paare, von denen sich alle erfolgreich fortpflanzen. Ebenfalls die Anzahl der Turmfalken hat sich positiv entwickelt. Gab es 2005 noch vier Paare und 13 Jungvögel, so waren es im Jahr 2011 schon sechs Paare mit sogar 30 Jungvögeln. Das Brutvogelmonitoring hat sich von 150 Revieren und 25 Arten im Jahr 2002 auf circa 205 Reviere und 30 Arten gesteiert.

Die DAIMLER AG hat des Weiteren ein eigenes Ökokonto bei der Stadt Sindelfingen einrichten lassen. Durch dieses ist es möglich, die gesamte Fläche nach den Vorgaben der LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) zu bewerten. Circa 6 % des Werksgeländes Sindelfingen eignet sich als Ökokontofläche.

Durch diese hocheffiziente Flächennutzung sorgt die DAIMLER AG für eine besonders hohe Erhaltung der Biodiversität auf ihren Werksgeländen. Nur 55 % der ca. 4000 Hektar großen Gesamtfläche aller Werke sind mit Gebäuden und Straßen versiegelt. Auf den restlichen 45 % der Fläche hat die DAIMLER AG mit Hilfe von Naturschutzorganisationen und Behörden eine artenreiche Freifläche mit einheimischen Pflanzen und Tieren geschaffen.

Trotz all dieser vorzuweisenden Erfolge möchte die DAIMLER AG sich im Punkt Biodiversität weiterentwickeln. Folglich hat das Unternehmen sich einige Ziele gesteckt, die in den nächsten Jahren erfüllt werden sollen: Zum einen steht die Entwicklung und Erprobung eines Konzepts zur Bewertung der Biodiversitätsauswirkung eines Standortes an. Im Werk Sindelfingen soll ein "Biodiversitätscheck" durchgeführt werden und als ein weiteres Ziel gilt die Entwicklung einer Biodiversitätskennzahl. Mit ihrer Hilfe sollen die Flächen neben Nutzen nun auch nach ökologischer Wertigkeit kategorisiert werden. Dies macht eine quantitative Zielsetzung möglich. Die DAIMLER AG ruht sich also nicht auf Erfolgen aus, sondern wird stetig versuchen neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Biodiversität einzuführen.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Wie die Daimler AG einen grünen Daumen beweist
Autor
Eva Cziraky
Schule
Ursulaschule, Osnabrück
Klasse
Politikkurs Stufe 12 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr