Biodiversität in der Sahelzone

Etwa 10 Millionen Menschen sind derzeit von den immer häufigeren Trockenperioden und den ausfallenden Regenzeiten betroffen. Doch nicht nur die Bauern, Nomaden und Viehherden leiden darunter, auch die Fauna – insbesondere die Artenvielfalt- ist ein Opfer dessen geworden.

Die Sahelzone, ein ca. 7 000 km langer Landschaftsgürtel in Afrika der sich durch Wüste und Savanne erstreckt. Für die Bewohner dieser Gegend ist sie eine Heimat die immer unbewohnbarer wird. Doch nicht nur Menschen sind hier zu Hause, auch für viele Pflanzenarten ist die Sahelzone eine Heimat.

Doch diese wertvolle Pflanzendichte ist in Gefahr. "Die intensive Nutzung durch die Landwirtschaft, die auch mit Pestiziden, Insektiziden, Düngemitteln und Chemikalien daher kommt, wirkt sich sehr auf die natürliche Biodiversität aus", berichtete Dr. Julia Krohmer, Projektleiterin Transferstelle für das Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt in einem Interview. "Die natürlichen Savanne Pflanzen werden zurück gedrängt und finden kein Platz mehr, das ist das eigentliche Hauptproblem der Sahelzone."

Als Beispiel dazu kann man beobachten, dass die Bewohner der Sahelzone die Vegetationsfläche mit wertvollen einheimischen Pflanzen roden, und zunehmend in Acker umwandeln. Es wird nun mehr und mehr Hirse - und in den letzten Jahren auch immer mehr Baumwolle und Mais – angebaut, als das Pflanzen aus der natürlichen Umgebung weitergezüchtet werden.

Doch wie stark die Sahelzone und dessen Flora unter der menschlichen landwirtschaftlichen Übernutzung und dem Klimawandel gelitten haben, ist nur sehr schwer zu beurteilen, da man keine Statistiken und Vergleiche zu der Dichte von Arten von vor 30 Jahren hat. Wissenschaftler können nur Vermutungen und Prognosen aufstellen, wie es hätte sein können. Es steht aber fest, dass sich die Vegetation und die heimische Artenvielfalt schon verändert haben und sie sich in Zukunft auch noch mehr verändern werden.

Doch nicht alle Sahelländer sind von der fortschreitenden Wüstenbildung und der Verschlechterung des Bodens, der sogenannten Desertifikation, betroffen. Für den Niger, Mali und Burkina Faso ist - wortwörtlich- Land in Sicht. Seit 20 Jahren sprießen Bäume aus dem kargen Sandboden, mittlerweile hat der Baumbestand schon eine Fläche der Niederlanden.

Anfang der Achtziger Jahren blieb der Regen aus - eine weitere Dürre war im Anmarsch. Aus Angst vor dem Teufelskreis von Not und Dürre, zogen einige Männer aus dem Dorf "Dan Saga" (Niger) nach Nigeria, das wegen seiner Petrodollar im Vergleich zu anderen Sahelländern als eher reich gilt. Doch dann geschah etwas Überraschendes; als im Juni die Regenzeit wieder einsetzte, wuchs die Hirse auf den Feldern der Fremdarbeiter deutlich besser, als die der einheimischen Bewohnern. Die Fremdarbeiter hatten keine Gelegenheit gehabt, die Akazienbäume abzuhacken. Dadurch gaben die Bäume den Feldern Windschutz, die Saat wurde von dem Wind nicht verweht.

Und es gibt noch mehr Hoffnung; zunehmend fliegen Wissenschaftler, Professoren und interessierte Naturforscher in die Sahelzone, um vor Ort die Artenvielfalt zu erforschen, neue Arten untersuchen und zu dokumentieren. Außerdem gibt es immer mehr Hilfsprojekte für Mensch und Natur. In Nord Benin zum Beispiel, so beschreibt Krohmer, sorgten sich die Bewohner, dass ihre Pflanzen für ihre lebensnotwendige Medizin immer karger werden. "Wir haben daraufhin mit allen lokalen Bürgern abgesprochen, ein 14 Hektar großes Schutzgebiet zu gründen, der auf Grund seines steinigen Bodens nicht als Acker verwendet werden kann. In dem Gebiet darf kein Holz gesammelt werden, keine Jagd mehr stattfinden, kein Feuer gelegt werden und keine Viehherden weiden. So entstehen kleine, grüne Inseln, auf denen sich die Vegetation erholt und der Boden immer fruchtbarer wird, sodass sich die bestehende Biodiversität entwickeln kann."

Dieses und viele weitere Hilfsprojekte sind vielversprechend und funktionieren auch in anderen Sahelländern, die ähnliche Probleme haben.  

Die aride Natur der Sahelzone ist sehr sensible und leicht aus der Balance zu bringen. Doch sie ist zu vielfältig, zu einmalig und zu wertvoll, um für die Menschheit verloren zu gehen.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Biodiversität in der Sahelzone
Autor
Gesa Gerding
Schule
wöhlergymnasium, Frankfurt
Klasse
LK10 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr