Wunderbare Tiere

Es sieht aus, als würden große, braune Sandhügel aus der Weide herausragen. Dabei sind es Galloway-Rinder. "Diese Tiere sind wunderbar, ich könnte mich den ganzen Tag an die Weide stellen und sie beobachten, weil sie so faszinierend sind", sagt Heinrich Block, der seit zwei Jahren in Harkebrügge, einem kleinen Ort im Norden des Landkreises Cloppenburg, Galloways züchtet.

Die Rinderrasse stammt aus dem Südwesten Schottlands. Die Tiere haben rot-braunes, schwarzes oder gelbbraunes Fell. "Ich hatte bis jetzt einige rot-braune Tiere, doch vor kurzem habe ich mir sieben Galloways mit hellem, gelbbraunem Fell dazugekauft", sagt der mittelgroße, selbständige Landschaftsgärtner, während er frisches Heu über das Gitter wirft. Der Hobbyzüchter hat zehn Rinder und drei Bullen in seiner Herde. Sie grasen auf drei Weiden, die innerhalb von Siedlungsgebieten liegen. Die Tiere haben nur einen geringen Anspruch, man findet sie daher oft in Landschaftsschutzgebieten oder auf Restflächen, also Flächen, die man nicht anderweitig nutzen kann.

Galloways sind das ganze Jahr über im Freien. Durch ihr dickes und doppelschichtiges Fell sind sie auch im Winter gut geschützt. "Einige Dorfbewohner fragten mich, ob es nicht Tierquälerei sei, die Tiere bei extremem Winterwetter draußen laufen zu lassen", sagt der 52-Jährige. "Doch sie würden sich selbst in dem modernsten Stall nicht wohl fühlen." Lediglich für frisches Wasser und Heu muss gesorgt werden. Zum Schutz vor starken Wetterwidrigkeiten reichen Hecken oder Büsche.

Markant an den Tieren ist der Kopf, der kurz und breit und mit großen, ausdrucksstarken Augen versehen ist. Das Maul ist sehr breit, und der ganze Kopf ist mit lockigem Fell bedeckt. "Man kann die Augen der kleinen Kälber kaum finden, weil das Fell am Kopf so wuschelig ist", scherzt seine 14 Jahre alte Tochter Lara Block, die schon dreimal bei der Geburt eines Kalbes dabei war. Im Jahr können die hornlosen Rinder ein Kalb bekommen, wobei die Fruchtbarkeit ab etwa dem 24. Lebensmonat gegeben ist.

Die Kälber sind nach der Geburt bei ihrer Mutter und werden von ihr gesäugt. "Nach der Geburt eines Kalbes hatten wir es einige Tage lang nicht wiederfinden können. Doch dann war es auf einmal wieder auf der Weide." Die Kälber entfernen sich nicht weit von der Mutter. Sie suchen in höheren Gräsern Schutz, um nicht von Wildtieren angegriffen zu werden. "Das Versteckspiel ging über einige Tage, doch das Kälbchen kam immer wieder zurück zur Mutter", fügt ihr Vater hinzu, der Vereinsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Gallowayzüchter ist.

Einige Dorfbewohner, besonders Kinder, kommen regelmäßig zu den Weiden, um den Kälbern und Rindern zuzusehen und sie auch zwischendurch mit altem Brot oder Obst zu füttern. Galloways sind genügsame und personenbezogene Tiere. "Wenn ich mit meinem Auto an der Weide vorbeifahre, erkennen sie mich sofort. Dieses zeigt sich dann durch lautes Muhen", sagt Block lachend. Bringen die Tiere einen wirtschaftlichen Erlös? "Für mich ist es nur ein Hobby, das sich durch den Verkauf der Rinder zur Züchtung oder Schlachtung selbst finanziert. Großes Geld will ich damit nicht machen, obwohl das Fleisch der Galloways sehr gefragt ist."

Informationen zum Beitrag

Titel
Wunderbare Tiere
Autor
Muriel Block
Schule
Albertus-Magnus-Gymnasium , Friesoythe
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2013, Nr. 145, S. N6
Projekt
Jugend schreibt
Kategorie
Print

Beruf und Chance

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung?
Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180