Der Traum gibt Kraft

Vom kleinen Dorf in die große Welt - die Combophonie hat sich durchgesetzt", Bandleader Simon Hagen schmunzelt. "Wenn diese Überschrift irgendwann in den Zeitungen steht, haben ich und meine Jungs unser Ziel erreicht." Die Combophonie erwuchs aus einer fixen Idee, die beim gemeinsamen Musizieren kam. Die Bandmitglieder spielen bereits allesamt in Musikgruppen, wie beispielsweise der Big Band Bösel, aber sie wollten ihre Passion im engeren Freundeskreis vertiefen. Jazz und Funk sind die Musikarten, die hauptsächlich von der Band gespielt werden.

Der ausgefallene Name "Combophonie" beschreibt die Musiker. "Wir sind sowohl äußerlich als auch vom Charakter her komplett unterschiedlich, doch trotzdem haben wir eines gemeinsam, die Faszination der Musik", erzählt Simon Hagen bei einer Bandprobe. Die Band besteht aus der Rhythmusabteilung, zu der Piano, Schlagzeug, Bass und Gitarre zählen, und den Melodiestimmen, die durch zwei Saxophone und eine Trompete vertreten sind. Taktgeber am Schlagzeug ist der 22-jährige Peter Osterloh. Rhythmische Unterstützung erhält er vom wohl modebewusstesten Bandmitglied Hannes Paul. Dieser trägt nicht nur seinen Bass, sondern auch seinen Undercut mit Stolz. Im Bühnenarrangement neben ihm positioniert ist Gitarrist Arne Hildebrandt. Am Piano spielt Laura Blömer, die sich durchaus zwischen den Jungs behaupten kann. Melodisch und harmonisch komplettieren Felix Tönnies und der Bandleader Simon Hagen am Tenor- und Alt-Saxophon zusammen mit dem angehenden Musik- und Deutschlehrer und Trompeter Lukas Tholen das Bühnenbild.

Seit vier Jahren gibt es die Band. Die Mitglieder kommen aus dem Landkreis Cloppenburg. Sie sind im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Die zum Zahntechniker und zum Industriekaufmann Auszubildenden Simon und Hannes bilden mit den Abiturienten Laura und Felix, Tischlermeister Peter und Jurastudent Arne ein Team, das auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Familien und Freunde zählen kann, die nicht nur Fans der ersten Stunde sind, sondern auch von Beginn an den Transport des Equipments arrangierten.

Das musikalische Repertoire ist so vielfältig, dass Lieder für verschiedene Anlässe vorhanden sind. Die Palette reicht von "Watermelon Man" bis hin zu "Over the Rainbow". "Hydrant" und "Friday's Funk" sind von Simon und Hannes komponierte Songs, die zum Standardprogramm gehören. Zwischenzeitlich spielt die Band mit Sängerinnen zusammen, die deutsche, englische oder französische Lieder singen. "Zum einen werden wir gebucht, um bei öffentlichen oder privaten Veranstaltungen ruhige, entspannte Hintergrundmusik zu spielen. Aber am liebsten rocken die Jungs selbst die Bühne", sagt Simon.

"Vor unserem ersten großen Auftritt waren wir sehr aufgeregt. Schon Monate im Voraus wurde alles durchgeplant. Alle Stücke wurden intensiv geprobt. Die Instrumente waren auf Hochglanz poliert, und es war scheinbar an alles gedacht", erinnert sich Schlagzeuger Peter. Um in Ruhe aufzubauen und den Soundcheck zu machen, waren sie zwei Stunden vor Konzertbeginn am Auftrittsort. "Die Nervosität stand jedem von uns auf der Stirn geschrieben. Wir bauten uns auf der Bühne auf, spielten einige Lieder an und stimmten die Instrumente. Alles hat super geklappt, nichts hätte schiefgehen können", erinnert sich Simon. Als Arne gerade seine Noten sortierte, bemerkte er, dass das Konzert gar nicht an diesem Tag war, sondern am Folgetag. Vor lauter Aufregung und Streben nach Perfektion hatten sie den Termin vertauscht. Heute lachen sie darüber.

Wie ihre großen Vorbilder sind sie online auf Youtube zu genießen. "Der Traum von einer großen Karriere gibt uns viel Kraft, besonders bei gelegentlichen Durststrecken. Doch noch viel wichtiger ist uns, und da sind wir uns alle einig, letztendlich die gemeinsame Freude an der Musik", sagt Simon.

Informationen zum Beitrag

Titel
Der Traum gibt Kraft
Autor
Carolin Hagen
Schule
Albertus-Magnus-Gymnasium , Friesoythe
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2013, Nr. 199, S. N6
Projekt
Jugend schreibt
Kategorie
Print

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