Mit Spaß am Ball

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„16,17,18,19 und 20“, zählt Athletik- und Konditionstrainer Bastian Kliem die Liegestütze und kennt dabei keine Gnade.

Es ist bewölkt und kühl am Morgen des 15. April auf dem Trainingsplatz des FSV Frankfurt, der hinter dem Frankfurter Volksbank-Stadion liegt. Alle bereiten sich auf das gemeinsame Saisonziel vor: den Klassenerhalt. Die Stimmung ist anders, als man es von einer Mannschaft  erwarten würde, die mitten im Abstiegskampf der zweiten Liga steckt. Die Spieler wirken gelöst, es wird viel gelacht. Es bleibt sogar Zeit für ein gemeinsames Foto mit einer Schulklasse, die neben einem Rentner und der Müllabfuhr die einzigen Zaungäste an diesem Tag sind.

Das Training beginnt mit einem gemeinsamen Warmlaufen, gefolgt von Kraft- und Dehnübungen, bei denen Co-Trainer Gerhard Kleppinger und Kliem kaum Anweisungen geben müssen, denn die Spieler kennen den Trainingsablauf. Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen steht derweil an der Außenlinie und überwacht die Übungen, ohne dabei einzugreifen. „Am Ende einer Saison ist das Training natürlich weniger intensiv als zu Saisonbeginn“, meint Boysen, der seit 21 Jahren als Trainer arbeitet, „wegen des hohen Substanzverlustes muss die Trainingsbelastung gut dosiert werden.“

Anschließend beginnt ein Trainingsspiel 11 gegen 11, das verbissen geführt wird, mit Torchancen auf beiden Seiten. Doch trotz aller Konzentration wird der Ball gleich mehrmals über den fünf Meter hohen Zaun geschossen. „Aber am Ende sind alle Bälle wieder da. Die Spieler müssen sie entweder suchen oder bezahlen“, erzählt Zeugwart Mohamad Azaouagh lächelnd. Am Ende gewinnt die Mannschaft ohne Leibchen 2:1.

Nach dem Spiel üben die Spieler Standardsituationen, Flanken und Torschüsse, während die Torhüter ein separates Torwarttraining absolvieren. Im Interview erklärt Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen, dass er wegen seiner langjährigen Erfahrung die Trainingseinheiten nicht lange planen muss: „etwa eine dreiviertel Stunde mit Vor- und Nachbereitung für den kompletten Trainingstag“.

Boysens Spieler kommen aus aller Herren Länder. Sie sind gerne beim FSV, obwohl die meisten auch noch einen anderen Beruf erlernt oder ein Fernstudium angefangen haben.

„Ich bin froh, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe“, sagt Kapitän Sead Mehic. Wenn sie in normaler Straßenkleidung durch Frankfurt laufen, würde man nicht denken, dass es sich um Spitzensportler handelt. „Werden sie eigentlich von Passanten erkannt?“, fragt eine Schülerin den 28-jährigen Mittelfeldspieler Pekka Lagerblom. „Kommt schon vor, aber eher nicht“, antwortet der Finne gut gelaunt.

Der FSV blickt dem Ende der Saison gelassen entgegen, es fehlt nur noch ein bisschen Glück, aber wie Lagerblom betont: „Die Stimmung ist bombastisch.“

Informationen zum Beitrag

Titel
Mit Spaß am Ball
Autor
Artikel der Klasse 7a der Musterschule Frankfurt am Main
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Projekt
Meine Zeitung 2010

Beruf und Chance

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