Ein aufregender Tag bei den Polizeihunden

Am Montag, dem 12.4.2010, machten wir, die Klasse 6c, einen Ausflug zur Polizeihundestaffel in Frankfurt am Main. Wir kamen um 8.30 Uhr an und wurden von einem Polizisten namens Herr Pecha abgeholt. Dieser brachte uns auf das große Gelände der Polizeihundestaffel. Dort wurden wir schon von zwei weiteren Polizisten, Frau Jagusiak und Herrn Schmidt erwartet. Als erstes durften wir Fragen zu jenen Themengebieten stellen, die uns interesierten. Eine Frage war: „ Müssen die Hundeführer bestimmte Kriterien erfüllen

(z.B. Größe, Gewicht und Sportlichkeit), um bei der Polizeihundestaffel zu arbeiten?“ Herr Pecha antwortete, ohne zu zögern: „ Ja das müssen wir in der Tat. Hundehalter müssen eine Mindestgröße von 1,60m haben und außerdem sportlich sein. Wenn ein Hundehalter diese Kriterien erfüllt, wird erstmal geprüft, ob er überhaupt geeignet ist, einen Hund zu halten und wer dann geeignet ist, kann derjenige Hundehalter werden.“ Eine andere Frage war: „ Wann werden Hunde eingesetzt und wie viele von ihnen werden bei diesen Einsätzen gebraucht?“ Wieder beantwortete Herr Pecha die Frage: „ Hunde werden z.B. bei der Tätersuche, bei Veranstaltungen und bei Kontrollen nach Sprengstoff oder Rauschgift benötigt. Normalerweise ist nur ein Hund bei einem Einsätz dabei, aber wenn große Veranstaltungen sind, dann gibt es vier Hundeführer mit Hunden. Diese vier teilen sich in Zweiergruppen auf und machen den Einsatz zu zweit.“  „ Mit wie vielen Jahren wird der Hund ausgebildet, wie lange dauert diese Ausbildung und wie viel kostet sie?“, bohrten wir weiter nach. Auch diesmal antwortete Herr Pecha: „ Die Hunde werden im Alter von

1-3 Jahren ausgebildet. Die Ausbildung dauert 3 Monate und es wird bis zu 8 Stunden am Tag trainiert. Aber nach der Ausbildung haben Hund und Halter noch lange nicht ausgelernt. Der Halter muss erst einmal lernen den Hund richtig zu lesen, auch das Band zwischen Mensch und Hund muss erst wachsen. Aus den Gründen nehmen die erst kurz zusammngekommenen Teams noch nicht an Einsätzen teil. Die vier Ausbildungsbereiche der Hunde und ihrer Halter sind die Leichen-, Rauschgift-und Sprengstoffhunde sowie Schutzhundeausbildung. Ein Lehrgang für einen Bereich kostet 15000 Euro und für einen Kombihund (ein Hund der in zwei Bereichen ausgebildet wurde) kommen noch mal 15000 Euro drauf.“

 

 Da wir nicht nur etwas über die Polizeihundestaffel erfahren, sondern auch etwas sehen wollten, gingen wir raus auf den großen Übungsplatz. Dort spielten die drei Polizisten erst einmal mit ihren Hunden, weil sie mit Spielen ihre Hunde auch bei Einsätzen belohnen. Wir durften auch mal probieren wie stark Pat, der Hund von Herr Pecha, ist und mit ihm spielen. Er war ganz schön stark. Als Täter hätte man keine Chance gegen ihn. Danach bekamen wir eine Vorführung der Unterordnung (die grundlegenden Befehle Fuß, Platz, Steh, Sitz, Komm und Spring). Um auch mal zu sehen, wie die Sprengstoffhunde arbeiten, simulierte Frau Jagusiak mit ihrem Kombihund Luco einen Sucheinsatz. Dafür durften wir eine Patronenhülse verstecken. Dieses geschah aber im Gras. Gras verströme sehr viel Eigengeruch und wenn noch jemand da entlang gelaufen war, sei es doppelt so schwer für den Hund das Objekt zu finden, erläuterte Frau Jagusiak. Deshalb brauchte Luco auch ein bisschen länger, aber dann hatte er das Objekt gefunden und legte sich hin. Wir fragten Frau Jagusiak,warum er nicht bellen oder scharren würde, um das Gesuchte anzuzeigen. Sie antwortete, dies sei viel zu gefährlich, weil es sich dabei ja um Sprengstoff handelte. Zur Belohnung spielte Frau Jagusiak mit Luco. Als nächstes versteckten wir Sprengstoff in einem trockenen Schuppen und Frau Jagusiak schickte Luco wieder hinein. Diesmal fand Luco das Versteck innerhalb von wenigen Sekunden und wieder wurde er mit dem Spielzeug belohnt. Ein Mitschüler von mir fragte, warum sie nicht mit Leckerlies belohnen würde und sie erwiderte, dass bei jedem Einsatz, egal, ob er erfolgreich war oder nicht, der Hund belohnt werden würde. Wenn sie ihn dann immer mit Leckerlies belohnen würde, würde sie ihren Hund mesten. Da uns langsam kalt wurde, gingen wir wieder hinein und stellten Fragen unter anderem: „ Nach welchen Kriterien werden die Hunde ausgesucht? Welche Rassen werden für die Ausbildung bei der Polizei genommen? Kommen die Hunde vom Züchter oder aus dem Tierheim?“ „ Es werden nur wirklich gesunde Hunde genommen, das heißt, es wird auf die Beine, Hüfte eigentlich auf das ganze Skelett geachtet. Danach wird geschaut, ob der Hund einen Spieltrieb hat und auch eine gute Nase. Es gibt immer nur wenige Hunde, die diese Kriterien erfüllen. Die geeigneten Hunderassen sind Dobermann, Boxer, Belgischer/ Deutscher Schäferhund, Hoverwart und Airedale Terrier. Eigentlich könnte die Polizei auch Tierheimhunde nehmen, wenn sie die Kriterien erfüllen würden. Es spielt auch keine Rolle, wie die Hunde aussehen. Auch das Geschlecht ist unwichtig, doch heute werden meistens Rüden genommen, weil die Hündinnen eine zu lange Ausfallzeit haben“, erklärte uns Herr Pecha. Eine weitere Frage war: „ Wann werden die Hunde ausgesondert und wohin kommen sie dann?“ Auf diese Frage antwortete diesmal Frau Jagusiak: „ Wenn die Hunde die Ausbildung nicht bestehen und sie diese nochmal für 15000 Euro machen und wieder nicht bestehen, werden sie ausgesondert. Um nach der Prüfung wirklich ein Team zu werden, müssen beide, Hund und Halter, die Prüfung bestehen. Jährlich gibt es dann einen Leistungscheck und wenn der Hund ihn nicht besteht, wird er ebenfalls ausgesondert. Ein ausgesonderter Hund, der schon im Dienst war, kommt danach meistens zu seinem Halter. Wenn das nicht geht, kommt er zu Bekannten.“ Das war dann auch die letzte Frage. Wir waren wieder aufgewärmt und gingen erneut nach draußen. Herr Pecha und Herr Schmidt wollten uns die Aufgaben von Schutzhunden zeigen. Herr Pecha zog daher einen Schutzarm aus Leder an und zeigte uns, was der Hund macht, wenn sein Halter angegriffen wird. Ronja, der Hund von Herr Schmidt, biss sofort zu und sie stellten die Situation nach, dass der Halter den Angreifer durchsucht. Danach wollte uns Herr Pecha „den kleinen Zuck“ präsentieren. Dabei stand er mit erhobenen Armen da und zuckte nur ganz leicht und sofort kam Ronja wieder und packte seinen gepolsterten Arm. Ronja sollte wieder loslassen und Herr Pecha demonstrierte uns „die schnelle Flucht“ und wieder schoss Ronja hinter ihm her und biss in seinen Arm. Daraufhin holte Herr Pecha Pat und wir durften auch mal in den Arm schlüpfen. Als erste war unsere Lehrerin an der Reihe und Herr Pecha stachelte Pat, seinen Schutzhund, ganz schön mit Worten wie „ Hol dir den Drecksack!“ an. Daraufhin zog er ihn zurück, so dass er richtig energiegeladen auf unsere Lehrerin sprang und sie mit voller Wucht umstieß. Zum Glück verletzte sie sich bei dieser Attacke nicht! Danach waren wir an der Reihe, wenn wir wollten und durften den Arm überziehen und uns von Pat umwerfen lassen. Doch diesmal stand Frau Jagusiak hinter uns, so dass wir uns, wenn auch mit Mühe, nach Pats Angriff auf den Beinen halten konnten. Wir gingen wieder ins Warme zurück und durften die Schutzkluft der Schutzhundeausbildung anprobieren. Diese war vollkomen steif und wir konnten uns kaum darin bewegen. Leider mussten wir dann gehen und Herr Pecha brachte uns zur S-Bahn Station. Dort durften wir Pat streicheln und sein Hundeführer zeigte uns wie man Hunde auf Leitern übergibt, nämlich indem man den Hund oberhalb seiner vier Beine umfast und festhält. Dann kam unsere S-Bahn und wir mussten wirklich gehen. Insgesamt fand ich den Ausflug sehr interessant und er hat viel Spaß gemacht. Die Polizisten waren auch sehr nett und haben uns tolle Sachen vorgeführt.

Informationen zum Beitrag

Titel
Ein aufregender Tag bei den Polizeihunden
Autor
Janne Reisch
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Projekt
Meine Zeitung 2010

Beruf und Chance

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung? Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180