Eine Reportage über die Polizeihunde – und ihre Hundeführer

Am Montag, dem 12.April 2010, machten wir einen Ausflug zu den Polizeihunden. Wir fuhren um acht Uhr mit der S-Bahn zum Stadion, denn da befindet sich der Trainingsplatz der Polizeihunde. An der Haltestelle wurden wir von einem Polizisten (Detlev Pecha) abgeholt. Er führte uns ins Haus, wo schon zwei seiner Kollegen (Meike Jaguisak; Andreas Schmidt) auf uns warteten. Im Haus befragten wir die drei Polizisten stürmisch, aber es machte ihnen offensichtlich Spaß unsere Fragen zu beantworten. Sie erzählten uns unter anderem viel über ihre Hunde. Meike Jaguisak und Detlev Pecha besitzen beide je einen Schäferhund. Man bildet meistens den Deutschen- oder Belgischen Schäferhund als Polizeihund aus, aber natürlich auch andere Rassen; z.B. : Dobermann, Rottweiler, Boxer, Riesenschnauzer, Holländischer Herdenhund, Hovawart oder auch Airedaleterrier. Diese Hunderassen verwendet man, weil sie den gebrauchten Such-Schutz-und Spieltrieb haben. Für die Hunde sind die Einsätze generell eigentlich nur ein Spiel. Auf unsere Frage hin, ob man sich den Hund selbst aussuchen dürfte, antworteten die Polizisten: „ Man darf sich den Hund aussuchen, wenn mehrere geeignete Hunde zu Auswahl stehen. Bei Suchhunden kann es auch eine Promenadenmischung aus dem Tierheim sein, wenn der Hund eine >gute Nase< hat.“ Wir fragten auch, ob der Hund nach einem speziellen Alter in eine Art >Ruhestand< gehen würde, worauf wir zur Antwort bekamen, dass die Hunde solange dem Staat dienen, bis sie nicht mehr fit genug für ihren Job sind. Um dies herauszufinden, müssen die Hunde jedes Jahr eine Art Prüfung ablegen. Aber am Anfang müssen die Hunde natürlich erstmal eine Prüfung ablegen, um feststellen zu können, ob der Hund als Polizeihund geeignet ist. Wenn der Hund Anzeichen der Aggressivität zeigt oder Probleme mit den Knochen oder Krankheiten aufweist, wird der Hund nicht als Polizeihund ausgebildet. Derartige Probleme kann man bei Hunden aber leider erst im Alter von einem Jahr feststellen, weil der Hund nach einem Jahr voll ausgewachsen ist. Deshalb beginnt die Ausbildung bei Polizeihunden ab einem Jahr bis drei Jahre. „Bei Hunden, die älter als drei Jahre sind, lohnt es sich nicht mehr mit der Ausbildung anzufangen“, so die Polizisten. Die Hunde werden in drei verschiedenen Gebieten ausgebildet:

 

1) Der Schutzhund: Er wird bei Fußballspielen, großen Veranstaltungen oder Amokläufen     verwendet.       

2) Der Suchhund: Er wird bei der Suche nach Rauschgift oder Sprengstoff eingesetzt.

3) Der Leichensuchhund: Er hat die Aufgabe Leichen oder lebende Menschen in Trümmerhaufen oder Lawinen aufzustöbern und zu befreien. (Diese Art von Polizeihund gibt es allerdings nicht in Frankfurt, weil da keine Lawinen und Erdbebengefahr herrscht.)

 

Die Ausbildung eines Polizeihundes kostet etwa 15000€ und dauert drei Monate, die Hunde trainieren während ihrer Ausbildung bis zu acht Stunden am Tag. Die Polizisten müssen aber auch eine Prüfung bestehen, die ebenfalls drei Monate dauert, und wo auch Acht Stunden am Tag trainiert wird. Sie müssen mindestens, 60m groß, gesund und sportlich sein. Während dieser Prüfung werden die Menschen eingeschätzt, ob sie gut mit einem Hund umgehen können. „Denn die Beziehung zwischen Hund und Hundehalter/in ist sehr wichtig für die Leistungsfähigkeit des Hundes“, betonte Detlev Pecha immer wieder. Wird der Hund von seinem Hundehalter geschlagen, ist es durchaus möglich, dass der Hund sich gegen seinen Hundehalter richtet und ihn angreift. Aber das darf nicht sein, denn der Hundehalter muss dem Hund vertrauen können und der Hund dem Hundehalter. „Ich sehe meinen Hund öfter als meine Frau, weil ich meinen Hund bei der Arbeit sehe und er ja bei mir wohnt“, erklärte uns Detlev Pecha. Zuerst fragten wir uns : Wie? Was? Aber die Hunde leben doch in Zwingern. Falsch gedacht! Wir hatten alle eine ganz falsche Vorstellung davon, wie und vor allem wo die Hunde eigentlich leben. Aber die Hunde leben nicht in Zwingern, sie leben bei ihrem Hundehalter zu Hause, außer im seltensten Fall, wenn die Wohnung des Hundehalters oder der Hundehalterin zu klein ist oder ein Familienmitglied eine Allergie gegen Hunde hat. Ein Polizist muss aber auch einen sogenannten „Hunde-Erste-Hilfe-Kurs“ ablegen, um gegebenenfalls den Hund versorgen zu können. Nach diesen vielen Fragen, inklusive Antworten, gingen wir hinaus auf den Trainingsplatz und lernten die Hunde kennen. Ich durfte als Freiwillige eine Patrone im Gras verstecken und Meikes Hund musste sie finden. Ich habe die Patrone nicht einfach irgendwie ins Gras geworfen, sondern hinter einem Snikerspapier versteckt, damit der Geruch der Schokolade, die mal drin war, den Geruch der Patrone etwas übertönte. Meikes Hund hat die Patrone am Ende doch gefunden. Wir ließen auch Meikes Hund im Geräteraum auch eine bisschen Sprengstoff suchen. Der Hund hat den Sprengstoff sofort gefunden. Die Polizistin (Meike Jaguisak) wies uns dann darauf hin, dass Hunde 1.000.000 mal besser riechen können, dann fragten wir logischerweise auch warum. Meike Jaguisak erklärte uns, dass Hunde so gut riechen können, weil sie eine längere Nase haben, und da deshalb mehr Riechzellen reinpassen. Sie erzählte uns auch, dass Hunde nur ca. 20 Minuten im Einsatz bleiben dürfen, weil sie ja beim Riechen nur durch die Nase atmen, deshalb kann sich die Körpertemperatur dann bis auf 40°C erhöhen. Und um das zu verhindern, muss der Hund nach 20 Minuten Einsatz, 20 Minuten Pause machen. Danach führten uns die Polizisten mit ihren Hunden vor, wie gehorsam die Hunde sind. Wir gingen auf die Wiese. Die Hunde stellten sich auf die linke Seite des Hundehalters bzw. der Hundehalterin. Auf Befehl gingen die Hunde mit ihrem Hundehalter/in mit, dann sagten sie einen Befehl und der Hund blieb sitzen und blieb auch sitzen, als ihr Hundehalter/in wegging. Dann riefen die Hundehalter/in etwas und der Hund kam sofort. Sie ließen ihre Hunde auch durch eine dunkele Röhre gehen und über Hindernisse springen. Sie erzählten uns, dass die Hunde auch trainiert wurden, durch brennende Reifen zu springen, sie uns das aber jetzt leider nicht demonstrieren können. Als jemand aus unserer Klasse fragte, ob die Hunde denn auch Höhenangst hätten, meinte Detlev: „Polizeihunde dürfen keine Höhenangst haben, oder sich im Dunkeln fürchten“ Da fragten wir: „Und was wäre wenn?“, da antworteten die Polizisten, dass in diesem Falle der Hund nicht als Polizeihund geeignet wäre. Weil es so kalt war, liefen wir zum Aufwärmen hinein ins Haus und aßen das Proviant, das wir mitgenommen hatten. Nach ca. einer viertel Stunde gingen wir wieder raus und Detlev Pecha führte uns mit einem Hund einen Überfall vor, um uns zu zeigen, wie ein Hund da reagieren würde. Er stellte sich hinter eine im Boden verankerte Holzwand mit zwei Sehschlitzen und zog sich eine Art Handschuh an, nur dass dieser Handschuh bis zur Schulter reichte und ziemlich dick und gut gepolstert war. Andreas Schmidt ging mit seinem Hund an dieser Wand vorbei, wo Detlev Pecha dahinter stand. Detlev Pecha tat so als würde er Andreas angreifen. Der Hund wollte ihn beschützen und biss Detlev Pecha in den gepolsterten Arm. Detlev erklärte uns, dass die Hunde immer in den Arm beißen, der mit einem Ärmel ist, weil sie so abgerichtet worden waren. Danach durften wir uns auch mal „beißen“ lassen. Nun gingen wir wieder rein. Inzwischen war es schon 11.25 Uhr. Wir mussten jetzt leider schon zurück in die Schule. Wir verabschiedeten uns von Meike Jaguisak und Andreas Schmidt. Detlev Pecha brachte uns noch mit seinem Hund zur U-Bahn Haltestelle. Dort durften wir den Hund auch mal streicheln.

Dann fuhr die 6C wieder mit der U-Bahn zurück und hatte noch eine Stunde Englisch………..

Als ich nach der Schule wieder zu Hause war, habe ich sofort angefangen den Bericht zu schreiben.

Informationen zum Beitrag

Titel
Eine Reportage über die Polizeihunde – und ihre Hundeführer
Autor
Katharina Vlaski
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Projekt
Meine Zeitung 2010

Beruf und Chance

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