„Hundestaffelläufer?!“

Nachdem wir, die 6c des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums, mit unserer Klassenlehrerin Frau Kasperski am 12. April die Frankfurter Polizeihundestaffel besucht hatten, hatten wir eine völlig andere Vorstellung davon. Denn mit dem Hintergrund wissen, welches wir dort erhielten, sind wir dank drei netter Polizisten zu gefühlten Experten geworden.

Von dem Ausflug erwartete ich mir nicht viel, da mich das Thema nicht sonderlich interessierte. Doch mit der Zeit merkte ich, dass es eigentlich sehr interessant ist, und hörte genau zu, denn ich wollte nicht verpassen warum es, zum Beispiel HundeSTAFFEL heißt. Das Wort Staffel bedeutet in diesem Fall eigentlich nur, dass es sich um eine Gruppe von Hunden handelt, die der Polizei dienen. Der Begriff kommt nämlich aus dem Militär, wo es die Motorstaffel oder Bodenstaffel gibt. Das erfuhr ich gleich zu Beginn, als wir im Haus beim Übungsplatz saßen und Fragen stellen konnten.

Dabei habe ich auch gelernt, dass die Hunde nicht alle die gleichen Aufgaben ausführen müssen, sondern verschiedene Spezialgebiete haben. Es gibt zwei Kategorien: Schutz- und Suchhunde. Schutzhunde werden bei Überfällen und Großereignissen eingesetzt. Bei den Suchhunden gibt es wieder zwei Untergrund kategorien: Sprengstoff- und Rauschgiftsuchhunde. Wie der Name schon sagt, suchen sie jeweils nach Rauschgift bzw. Sprengstoff, das deren Führer dann entfernt oder entschärft. Wir kamen auch in den Genuss, dieses Können der Hunde „live“ bewundern zu dürfen, denn die Polizistin Frau Jagusiak führte uns vor, wie ihr Hund Luco die benutzte Patrone einer Pistole suchte und fand. Danach spürte er Sprengstoff auf. Anschließend zeigten uns Frau Jagusiak und Herr Schmidt mit ihren Hunden Luco und Ronja, wie gut die Polizeihunde auf ihren Führer hören. Allerdings tun sie das auch nur bei dem Führer, mit dem sie eine dreimonatige Ausbildung durchlaufen haben. Dort lernen sie, auf jedes Zeichen ihres Führers zu hören. Aber um diese Ausbildung machen zu dürfen, gibt es ganz bestimmte Voraussetzungen, die der Hund erfüllen muss, er braucht zum Beispiel einen Spieltrieb, denn für die Hunde ist alles nur ein Spiel. Wenn sie einen Auftrag gut erfüllt haben, spielt ihr Führer mit ihnen. Das heißt, wenn der Hund Spielen nicht interessant findet, ist er nicht für Einsätze bei der Polizei geeignet. Der Hund muss auch einen Schutztrieb besitzen. Dass dieser mitunter sehr stark ausgeprägt sein kann, zeigte uns Herr Schmidt mit seinem Hund Ronja. Denn er demonstrierte uns, wie Ronja  sofort in den  Arm des Angreifers beißt und diesen nicht mehr los lässt bis der Führer es ihr sagt. Natürlich wurde nicht wirklich in den Arm von Herrn Pecha, dem dritten Polizisten gebissen, sondern in einen Schutzhandschuh. Wir durften das auch einmal probieren. Das war sehr lustig, denn unsere Klassenlehrerin tat dies als erste und wurde prompt von Pat, Herrn Pechas Hund, umgeschmissen. Keiner hatte damit gerechnet, aber nach diesem Vorfall wurden wir von den Polizisten gestützt, damit wir nicht umfielen. Frau Kasperski passierte nichts. Ich probierte es auch. Am Anfang, als der Hund auf mich zukam, hatte ich ein eher ängstliches Gefühl. Aber als er zubiss merkte ich, dass ich gar keine Angst zu haben brauchte, und lachte nur noch.

Nachdem jeder, der es wollte an der Reihe war, gingen wir wieder ins Haus, und stellten letzte Fragen. Wir konnten Schutzanzüge anprobieren, die aus dem gleichen Material waren, wie auch der Schutz für den Arm. Vor der Abreise durften wir Pat streicheln.

Der Ausflug war überraschend schön! 

Informationen zum Beitrag

Titel
„Hundestaffelläufer?!“
Autor
Lino Szekely
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Projekt
Meine Zeitung 2010

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