Pat, Luco und Ronja – die wahren Helden der Frankfurter Polizei

„Erschreckt nicht, das Gelände ist in keinem so guten Zustand.“ Das war die freundlich gemeinte Begrüßung von dem Polizisten, Herrn Pecha, der unsere Klasse 6c von der S-Bahn-Station „Stadion“ am Morgen des 12. April abholte. Wir hatten uns zuvor mit unserer Klassenlehrerin, Frau Opatz-Kasperski, an unserer Schule, dem HvGG getroffen, um gemeinsam zu diesem Termin zu fahren. Gut vorbereitet und mit einer Liste von Fragen bewaffnet, freuten wir uns auf den Tag mit den Polizeihunden. Aber die Hunde sollten wir noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Zuerst trafen wir nämlich die Polizisten, die mit den Hunden arbeiten. Herr Pecha, Herr Schmidt und Frau Jaguziak standen uns Rede und Antwort. So erfuhren wir zum Beispiel, dass sich als Polizeihunde nur einige Rassen eignen: Deutscher und Belgischer Schäferhund und Holländischer Herdehund sind am häufigsten vertreten. Sie verfügen über einen Spieltrieb und auch den nötigen Suchtrieb, um ihre Aufgaben zu erledigen. Ihre Einsatzgebiete sind vor allem das Auffinden von Sprengstoff und Drogen. „Wir waren auch bei der Fußball-WM mit unseren Hunden im Einsatz. Für ein Spiel braucht man vier Hunde mit acht Hundeführern“, so Herr Pecha.

Nach einer ersten Fragerunde ging es erst mal raus auf den Hunde-Trainierplatz, der schon einen besseren Eindruck machte als zuvor das Gebäude. Es handelte sich um einen Grasplatz mit verschiedenen Röhren, Holzstellwänden und Hindernissen. Frau Jaguziak versteckte vor unseren Augen ein paar Patronenhülsen am Rande des benachbarten Parkplatzes und ließ ihren Hund danach suchen. Dazu hockte sie sich neben ihn und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Er fing sofort an auf dem Gelände zu schnüffeln. Als er die Patronenhülsen  gefunden hatte, legte er sich ganz ruhig daneben und wartete ab. Frau Jaguziak belohnte ihn mit einem Spielzeug und erklärte uns: „Nach dem Sprengstoff darf er nicht graben, weil er ihn sonst zum Explodieren bringen könnte.“

Nach dieser Demonstration gingen wir wieder ins Gebäude für die nächsten Fragen. Dort erfuhren wir weitere spannende Details:

Jeder Hundeführer bei der Polizei hat seinen eigenen Hund, den er selbst ausgebildet hat und mit dem er auch zusammen wohnt. Geht ein Hundeführer in Ruhestand oder stirbt er, wird der Hund an ein neues Herrchen weitergegeben. „Einen neuen Hund anzuschaffen, würde zu viel kosten“, meinte Herr Schmidt. Die Hunde müssen aber mit ihrem neuen Herrchen das Trainingsprogramm nochmal durchlaufen. „Das machen wir, damit sich der Hund an sein neues Herrchen oder Frauchen gewöhnen kann“, sagte Herr Schmidt weiter.

Nachdem unser Gespräch beendet war, führte uns Herr Schmidt mit seinem Hund vor, wie dieser gegen Angreifer vorgeht. Im Training gab Herr Pecha den Angreifer. Er zog sich deshalb einen gepolsterten Armschutz über und rannte auf den Hundeführer zu. Sofort reagierte sein Hund. Er bellte laut, sprang auf den Angreifer zu und verbiss sich in dessen Schutzarm. Mit einem lauten „Aus“ beendete Herr Schmidt die Vorführung. Danach begleitete uns Herr Pecha gemeinsam mit seinem Hund Pat zurück zur S-Bahn, wo dieser zum Abschied Streicheleinheiten von 30 Händepaaren über sich ergehen lassen musste. Geduld gehört auch zu den Eigenschaften, die ein Polizeihund haben muss. Tapferer Pat!

Informationen zum Beitrag

Titel
Pat, Luco und Ronja – die wahren Helden der Frankfurter Polizei
Autor
Moritz Weidner
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Projekt
Meine Zeitung 2010

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