Die Arbeitsmigration in Deutschland: Ein Wort Mit Viel Inhalt

(Kommentar)

Die Arbeitsmigration ist ein wichtiger Begriff dessen Bedeutung die gesamte Welt betrifft, denn unter Arbeitsmigration versteht man die Auswanderung von einem Land in ein anderes Land, mit dem Hintergedanken dort eine Arbeit zu finden und ein besseres Leben zu führen. Wie auch der lateinische Stamm des Wortes Migration (lat.: migrare= Wanderung, Auswanderung) verrät. Meist findet diese Bewegung vom Süden nach Norden statt, also von Entwicklungsländern zu Industriestaaten.

Für Deutschland bietete es sich deswegen nach 1945 an, Arbeitsmigranten anhand von Werbeabkommen mit Südstaaten wie Spanien, Portugal, Italien, Marokko und Türkei ins Land zu holen, da in Folge des zweiten Weltkrieges erhebliche Schäden entstanden waren, die behoben werden mussten. Gastarbeiter eigneten sich hierfür besonders gut, da sie sich mit für deutsche Standards geringer Bezahlung zufrieden gaben und mehr Geschick und Erfahrung in diesem Berufszweig besaßen.

Das Eintreffen der Gastarbeiter sollte eigentlich plangemäß nach dem Rotationsprinzip funktionieren. Dies bedeutete, dass Gastarbeiter 2-3 Jahre in Deutschland bleiben sollten und nach Ablauf der Frist in ihre Heimat zurückkehren. Die dadurch entstandene Lücke sollte mit dem nächsten Gastarbeiter für erneut 2-3 Jahre gefüllt werden. Unternehmen, welche die Gastarbeiter beschäftigen sahen ein Problem in diesem Rotationsprinzip, denn dadurch verließen Arbeiter mit Erfahrung den Arbeitsplatz und stattdessen erhielt man unerfahrene Arbeitskräfte. Daraufhin waren Gastarbeiter dazu befähigt ihre Familie ebenfalls nach Deutschland zu holen.

Doch wieso waren Gastarbeiter derart daran interessiert in Deutschland zu arbeiten?

Die Gründe welche die Gastarbeiter sahen um ihr Land zu verlassen und nach Deutschland zu wandern lassen sich durch Push- und Pull-Faktoren erklären.
Während Push-Faktoren die Gründe darstellen das eigene Land zu verlassen sind Pull-Faktoren die Anziehungsgründe und die Attraktivität des Ziellandes.
Zu den Push-Faktoren zählt meist eine hohe Arbeitslosenrate im eigenen Land, welche durch eine schlechte wirtschaftliche Lage zu begründen sind. Politische Probleme, Rassendiskriminierung und Verfolgung sind weitere Push-Faktoren. Hierdurch resultiert dann ein miserabler Lebensstandard.
Die Pull-Faktoren im Zielland sind vor allem Demokratie, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die daraus folgende hohe Lebensqualität. Aber auch hygienische Umstände und die medizinische Versorgung sind als Attraktivitätskriterien zu kennzeichnen.
Gastarbeiter versprechen sich also durch die Migration ein besseres Leben und einen Neuanfang.

Welche folgen ergaben sich aus der Arbeitsmigration?

Die Arbeitsmigration zog Folgen mit sich, denn über eine Millionen Arbeiter waren bereits angereist.
In Deutschland sorgte die starke Anzahl der Erwerbstätigen zu einem Wirtschaftsboom auch Wirtschaftswunder genannt. Der Vorteil den Deutschland durch die Migrationspolitik zog, war also nicht außer Betracht zu lassen.
Jedoch abgesehen von der positiven Beeinflussung der Wirtschaft, entstand durch das „Nichtzurückwandern“ der Gastarbeiter ein kulturelles Problem zwischen den verschiedenen Völkergruppen. Da erwartet wurde, dass Gastarbeiter wieder zurück in ihre Heimat ziehen, setzte man keine Integrationsmaßnahmen ein. Folglich resultierten Konflikte zwischen den verschiedenen Völkern. Jede Völkergruppe lebte meist in einem Viertel, sodass räumliche Segregationen entstanden.
Auch die Heimatländer leideten unter den Folgen der Auswanderung der eigenen Bürger. Durch Verlust der Bevölkerung sanken die Steuereinnahmen des Landes. Auch die Kaufkraft verringerte sich hierdurch. Das ohnehin wirtschaftsschwache Land gerät dadurch in den ökonomischen Abgrund.
Jedoch gibt es einen Faktor der diesem Vorgang der finanziellen Ausrottung des Landes entgegenwirkt: Die Gastarbeiter versendeten regelmäßig Geld in ihre Heimatland, da Sie dort noch Bekannte hatten, die sie finanziell unterstützten. Meist betrug dieser Wert mehr als die Handelsbilanz des Landes.

Ein Unternehmen welches Gastarbeiter annahm: Bespiel „Norske Skog“

Ein Beispiel hierfür ist die Norwegische Papierfirma Norske Skog(=Norwegischer Wald) dessen Hauptsitz in Oslo (Norwegen) ist. Diese Firma entstand 1962 und stellt seit dem Publikationspapier her. Mit insgesamt 9800 Mitarbeitern erzielt die Firma jährlich 3 Mrd. € Umsatz.
Dieses Unternehmen war stark von der Arbeitsmigration betroffen. Sie nahm viele Arbeiter von verschiedenen Ländern auf. Hierdurch kam es zu Einsparungen von Kosten und zur Expansion und das Gründen des Unternehmens in 15 weiteren Ländern.

Unsere Meinung

Wenn man nun das genannte Beispiel „Norske Skog“ betrachtet ist festzustellen, dass die Arbeitsmigration im gesamten als positiv zu bewerten ist, wie bereits in den vorhergehenden Abschnitten deutlich wird. Sowohl Gastarbeiter und Unternehmer als auch Zielländer und Heimatländer profitieren.



Schule : Ricarda Huch-Gymnasium Gelsenkirchen
Klasse : 13
Fach : Sozialwissenschaften
Autoren : Fatih Akti, Selim Kar, Nora Ladek
 

Die Arbeitsmigration in Deutschland: Ein Wort Mit Viel Inhalt

Informationen zum Beitrag

Titel
Die Arbeitsmigration in Deutschland: Ein Wort Mit Viel Inhalt
Autor
Fatih Akti, Selim Kar, Nora Ladek
Schule
Ricarda-Huch-Gymnasium, Gelsenkirchen
Klasse
Zusatzkurs Sozialwissenschaften von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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