Stimmt das Vorurteil, dass es in Realschulen viel mehr Ausländer als in Gymnasien gibt?

Wir, vom Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Bad Bergzabern , haben an unserer Schule  (Realschule Plus, GOS  und Gymnasium ) recherchiert, indem wir eine Umfrage in verschiedenen Klassenstufen (5-9) durchgeführt haben.

Dabei haben wir herausgefunden, dass in den Klassenstufen der GOS (5-6) von 66 Schülern, 32 Schüler eine Vorgeneration mit Migrationshintergrund haben, jedoch nur 9 von den Schülern selbst immigriert sind. Bei 19 Immigranten  fand die Migration innerhalb Europas statt.
Auf die Frage „Was war der Grund für die Migration? ’’ antworteten  die meisten Schüler mit: „Weil Deutschland ein schönes Land ist ’’. Wir bekamen auch oft die Information, dass es sich um Familienmigration handelt. Überraschenderweise sind nur wenige wegen der Arbeit  nach Deutschland gekommen. Auf die Frage ’’ Fühlt ihr euch in Deutschland wohl, oder wollt ihr wieder in euer Heimatland zurück?’’, antworteten uns 10 von 66 Schülern, dass sie sich wohl fühlen in Deutschland. Jedoch teilten uns vier Schüler mit, dass sie gerne wieder in ihr Heimatland zurückkehren wollen. Anscheinend gab es keine Probleme damit ihre Religion in Deutschland auszuüben. In manchen Fällen gab es jedoch Probleme mit der Sprache.

Als wir in die siebten Klasen kamen, stellten wir schnell fest, dass keiner der 30 Schüler selbst Erfahrung mit Migration hatte. Lediglich in 11 Fällen gibt es in der Familie Migrationshintergründe.

Von den achten Klassen des Gymnasiums, die wir befragt haben, sind 12% der Schüler Immigranten. In den achten Klassen der Realschule Puls sind es hingegen 14,2 % der Schüler.
Auch in den Familien der Schüler sieht man einen Unterschied: ca. 22% der Schüler des Gymnasiums haben Familien mit Migrationshintergrund, in der Realschule Plus sind es 24% der Schüler. Die Gründe für die Migration sind hier allerdings sehr gemischt. Probleme mit der Sprache gab es auch hier in manchen Familien.

In der Klassenstufe 9 des Gymnasiums fanden wir heraus, dass 17 % der befragten Schüler einen Migrationshintergrund haben und bei weiteren 12,5 % ein Migrationshintergrund in der Familie besteht. Sehr interessant zu sehen ist, dass es in der Realschule Plus 20 % der befragten Schüler sind, deren Familien Migrationshintergründe haben, aber nur 6,2 % selbst Erfahrungen mit Migration machten.
In Gymnasium sowie Realschule Plus zeigte sich, dass der Grund für die Migration meist der Familiennachzug war. Allen befragten Immigranten aus den 9. Klassen gefällt es in Deutschland und sie möchten weiterhin hier leben. Wie in den anderen Klassenstufen gab es stellenweise Probleme mit der Sprache.

Am Ende jeder Umfrage haben wir die komplette Klasse gefragt, wie sie über Immigranten denken. Unsere erste Frage war, ob man die Immigranten spüren lassen sollte, dass sie nicht aus unserem Land kommen, oder ob man mit ihnen gut umgehen sollte.
Uns überraschte der klare Unterschied in den Aussagen von Gymnasiasten und Realschülern:
Im Gymnasium waren alle Schüler dafür, dass man mit den Immigranten gut umgehen soll, in der Realschule hingegen stimmten nur einzelne Schüler zu.
Unsere zweite Frage lautete, ob die Schüler denken, dass es zu viele Vorurteile gegenüber Immigranten gibt.
Auch hier gibt es einen klaren Unterschied:
Viele Gymnasiasten stimmten dafür, dass es zu viele Vorurteile gibt, die Realschüler dagegen waren vom Gegenteil überzeugt.

Im Großen und Ganzen kann man also nichts über die Verteilung der Immigranten an unserem Schulzentrum aussagen. Die verschiedenen Klassenstufen in den verschiedenen Schularten sind ähnlich stark mit Schülern besetzt, die einen Migrationshintergrund haben.
Bis auf die Meinungen, was die Immigranten betrifft, unterscheiden sich die Schüler der verschiedenen Schultypen nur gering.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Stimmt das Vorurteil, dass es in Realschulen viel mehr Ausländer als in Gymnasien gibt?
Autor
Kathrin, Sofie
Schule
Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Bad Bergzabern
Klasse
9a von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

  • 54359734

    Zahl ausländischer Wissenschaftler und Studierender gestiegen

    › Zum Artikel

  • 54360031

    Mütter kehren schneller in familienfreundliche Betriebe zurück

    › Zum Artikel

  • 54358221

    Neuseeländisches Unternehmen führt die Vier-Tage-Woche ein

    › Zum Artikel

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung?
Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180