Islamophobie in Deutschland

Justus Finke, Nando Grujic

Islamophobie. Dieser Begriff wird in letzter Zeit häufig verwendet, aber was bedeutet er eigentlich? Islamophobie ist ein soziologischer Begriff und steht für eine gruppenbezogene Feindlichkeit gegenüber Menschen, die dem Islam angehören oder von denen nur vermutet wird, dass sie Muslime sind.

Auch in Deutschland ist die Islamophobie oft zu finden, fast schon erschreckend oft. Laut einer Studie der Uni Münster gibt es im Westen 66%, die negativ über den Islam denken, im Osten sogar 74%. Woher kommt das? Natürlich sind die Anschläge vom 11.9.2001 ein maßgeblicher Grund für die Angst vor dem Islam. Nach diesen gilt jeder Muslim für viele als potenzieller Terrorist. Auch die Medien schüren die Angst vor dem Islam: Immer öfter wird von der großen Gefahr getitelt, die der Islam angeblich darstellt. Der Kabarettist Hagen Rether stellte in seinem Programm die These auf: Die Deutschen suchen sich mit dem Moslem einen Sündenbock. Dazu würden problematische Aspekte des Islams verdeutlicht, andere schlichtweg ignoriert.

Auch die Regierung reagierte hilflos nach dem 11.9. Nach mehr Kontrolle wurde gerufen, aber ist das der Weg um so eine Situation zu lösen? Indem die Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt werden? Wohl eher kaum.

Selbst an Schulen sind die Probleme schon deutlich zu erkennen: So darf eine muslimische Hilfslehrerin in Dulsberg nicht unterrichten, ohne den Protest der Eltern auf sich zu ziehen. Interessanterweise gab es keine Kritik an ihr, als sie noch ohne Kopftuch lehrte. So wird im schon frühen Kindesalter die Angst vor dem Islam eingeprägt, und das an einer Schule in der viele Mädchen mit Kopftuch zur Schule gehen. Nicht einmal das Beten wurde einem jungen muslimischen Schüler aus Berlin gestattet.

Muslimen wird oft vorgeworfen, dass sie den Staat ausnutzen und nur auf Kosten des Fiskus leben. Jedoch haben viele schon in der Schule keine Chance, was zum Beispiel an mangelnden Deutschkenntnissen liegt. Spricht jemand aber kein Deutsch, so ist es klar, dass er nur mit Menschen Umgang hat, die seine eigene Sprache sprechen. So bilden sich Parallelgesellschaften, die noch dadurch gestärkt werden, dass viele Deutsche sich vor dem Islam fürchten und deshalb mit Muslimen möglichst wenig zu tun haben. Gleichzeitig wirft man ihnen aber vor, sich von der Gesellschaft abzukapseln und keinen Willen zur Integration zu haben. So spaltet sich eine Gesellschaft immer stärker auf.

 

Quellen:

www.akifsahin.de,www.migazin.de,www.morgenpost.de,www.dradio.de,www.wikipedia.de

Informationen zum Beitrag

Titel
Islamophobie in Deutschland
Autor
Justus Finke, Nando Grujic
Schule
Gymnasium Andreanum, Hildesheim
Klasse
10E2 von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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