Des Teufels Szenario

2059, drei Deutsche, zwei von Beruf Lehrer an einem Gymnasium und ein Leiter der Agentur für Arbeit gehen durch das Hildesheimer Migrantenviertel Drispenstedt. Sie stellen überrascht fest, dass es wie leergefegt scheint. Keine spielenden Kinder, die türkische Stammkneipe verwaist. Alle Geschäfte sind geschlossen und einige Scheiben sind eingeworfen. Sie gehen weiter durch Hildesheim und bemerken auch dort die Ausländerfeindlichkeit und Abwesenheit aller Migranten. Was ist passiert?  Wurden sie vertrieben oder gingen sie aus eigenen Stücken? Sind sie in andere Städte gezogen oder haben sie Deutschland den Rücken gekehrt.

Mehrere Staaten der EU sind aufgrund von Überschuldung zahlungsunfähig. Durch die gegebenen und nun einzulösenden Bürgschaften in Milliardenhöhe kommt es in Deutschland zu einer Finanz- u Wirtschaftskrise. Diese Krise verändert die Parteienlandschaft in Deutschland. Die Bürger verlieren das Vertrauen zu den alteingesessenen Parteien und eine rechte Strömung gewinnt immer mehr an Macht.

Wegen der finanziellen Situation kann das Sozialsystem nicht aufrecht erhalten werden. Renten- und Krankenversicherungen sowie Unterstützung für Sozialschwache werden
gestrichen. Diese Maßnahmen treffen besonders die sozial schwachen, zu denen auch häufig die Migranten gehören.

Den rechtsorientierten Parteien gelingt es, das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz außer Kraft zu setzen. Hierin ist verankert, dass die ethnische Herkunft, Abstammung und Nationalität keine Kriterien sind, um eine Person bei einer z.B. Berufsbewerbung zu benachteiligen.

Abschlüsse und Ausbildungen, die im Ausland erworben wurden, werden nicht mehr von Bund und Ländern geprüft, sondern werden gar nicht erst anerkannt. Integrationskurse für Migranten, um die deutsche  Sprache zu erlernen und um ihnen die deutsche Kultur
näherzubringen, werden gestrichen.Berufsbildungshilfe oder auch Bildungsgutscheine zur Weiterbildung wird Migranten nicht mehr gewährt. Den Bürgern mit Migrationshintergrund
wird jede soziale Sicherheit entzogen und damit auch jede Lebensgrundlage in Deutschland.

Den 20 Prozent der Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln wird nun von der Regierung ein Ultimatum gesetzt. Dies besagt innerhalb von 4 Wochen das Land zu verlassen oder danach abgeschoben zu werden.

So kommt es zu einer freiwilligen und auch unfreiwilligen Ausreisewelle von Migranten. Diese Maßnahmen bleiben außenpolitisch nicht ohne Wirkung. Viele Staaten verhängen einen Einfuhrstopp deutscher Waren. Deutschland wird auch mit ausländischen Waren nicht mehr beliefert.

Nun wird deutlich wie abhängig Deutschland vom Ausland bzw. auch von ausländischer Bevölkerung ist. Waren wie z.B. Südfrüchte, Kaffee oder ausländische Speisen sind nicht mehr erhältlich. Dies erinnert an die Zustände der ehemaligen DDR. Die Lebensqualität in Deutschland, die Warenvielfalt sowie die multikulturellen Einflüsse sind extrem eingeschränkt.  Deutschland  ohne Migranten und dem Kontakt zum Ausland ist ärmer geworden und dies kann nicht im Sinne der Bevölkerung sein.

Ein isolierter Staat, wie nun Deutschland, ist auf Dauer wirtschaftlich nicht lebensfähig, der multikulturelle Gedanke muss in den Köpfen der Bevölkerung aufgebaut und gefestigt werden.

Von Karlotta Hüttmann
Klasse 10E2

Informationen zum Beitrag

Titel
Des Teufels Szenario
Autor
Karlotta Hüttmann
Schule
Gymnasium Andreanum, Hildesheim
Klasse
10E2 von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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