Migration – Tribut der Globalisierung?

Oft taucht in der Gesellschaft der Begriff Migration auf. Allerdings ist nicht jeder darüber im Bilde was eigentlich alles hinter dem Begriff Migration steckt. Migration ist nicht nur der Umzug in ein neues Land. Es gibt viele verschiedene Aspekte, die hinter der Migration als solches stehen. Nicht jeder Migrant hat freiwillig sein Ursprungsland verlassen, um woanders einen Neuanfang zu wagen. Um Migration tiefgründig zu verstehen, ist es notwendig zuerst die verschiedenen Formen zu erkennen.

Dort gibt es zum Einen den Familiennachzug. Dieser ist i. d. R. Auf Ehegatten und Kinder beschränkt. Bei Ausländern mit befristetem Aufenthaltsrecht ist ein Familiennachzug häufig nicht möglich. In Deutschland wurden 2006 ca. 50.000 Visa zum Zweck des Familiennachzuges erteilt. Daran kann man die Wichtigkeit dieser Migrationsform deutlich erkennen.
Die zweitwichtigste Migrationsform ist die Arbeitsmigration. In Zeiten der Globalisierung kommt besonders diese Form der Migration sehr oft vor. Die Einreise ist zum Zweck einer Ausübung einer Tätigkeit (befristet oder dauerhaft). Meistens handelt es sich dabei um Tätigkeiten, die den Einheimischen nicht zusagt („niedere Tätigkeiten“ wie z. B. Erntehelfer). Doch was dabei viele oft vergessen: Es kann sich auch um seltene sehr gut ausgebildete Fachkräfte handeln!

Eine oft vergessene Migrationsart ist die Fluchtmigration. Diese steht den vorher genannten in nichts nach. Bei der Fluchtmigration handelt es sich um Asylbewerber und Flüchtlinge, welche ihr Heimatland aufgrund von Verfolgung verlassen. Allerdings ist die Fluchtmigration weltweit mit rund zehn Prozent des gesamten Wanderdungsgeschehens (2007 ca. elf Millionen Menschen) nicht so populär. Doch man darf nicht vergessen, dass sich weltweit mehr als 43 Millionen Menschen auf der Flucht oder in einer flüchtlingsähnlichen Situation befinden. 80 – 85 % der Flüchtlinge verfügen nicht über die notwendigen mittel und bleiben in ihrer Herkunfsregion.
Etwas im Abseits ist die irreguläre Migration. Diese Form ist naturgemäß statistisch nicht erfasst. Der Grund dafür ist, dass viele irreguläre Migranten legal einreisen (z. B. als Tourist) und ohne Erlaubnis einfach länger bleiben.

In der Bundesrepublik Deutschland leben derzeit ca. 16 Millionen Menschen mit einem Migrationshintergrund. In den letzten Jahren gingen die Zahlen aufgrund der Einwanderungspolitik ein wenig zurück. Dennoch kann sich dieser Trend schnell ändern. Doch bietet die Einwanderung für die Migranten immer nur Vorteile? Die Migration ist eng mit dem Begriff der Integration verknüpft. Es gibt viele Probleme im Zusammenhang dieser beiden Begriffe. Zum Einen die Migranten, welche aufgrund ihrer Probleme einen Neuanfang in einer neuen Umgebung suchen. Werden sie grundsätzlich immer willkommen geheißen?

Die Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland war eine Zeit lang durch eine hohe Arbeitslosenquote in der Bevölkerung gegen die hohe Migrationsrate. Doch was wäre wirtschaftlich geschehen, wenn in der Zeit von 1960 – 1970 keine Gastarbeiter ausgeholfen hätten? Würde Deutschland wirtschaftlich besser dastehen? Es gibt auf diese Fragen keine wirklichen Antworten. Doch sicher ist, dass die Migration auch durch die Globalisierung und der immer mehr werdenden Staatenbündnisse (z. B. Europäische Union) ein größerer und ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor geworden ist. Dies wird auch anhand von Zahlen deutlich. Nach der Studie „Global Economic Prospects 2006“ der Weltbank leben und arbeiten weltweit rund 200 Millionen Menschen nicht in ihren Geburtsländern. Die Zahl der Arbeitsmigranten hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. 2005 sollen Gastarbeiter rund 255 Millionen US-Dollar in ihre Heimatländer überwiesen haben. Die Frage die sich stellt, wird diese Tendenz weiter steigen in Anbetracht der Entstehung immer neuer Wirtschaftszentren?




Andreas Harms





Quellenverzeichnis:
–    UNHCR (www.unhcr.de)
–    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (www.bamf.de)
–    Wikipedia (www.wikipedia.org/de)
–    Pro Asyl (www.proasyl.de)
 

Migration – Tribut der Globalisierung?

Informationen zum Beitrag

Titel
Migration – Tribut der Globalisierung?
Autor
Andreas Harms
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

  • 54359734

    Zahl ausländischer Wissenschaftler und Studierender gestiegen

    › Zum Artikel

  • 54360031

    Mütter kehren schneller in familienfreundliche Betriebe zurück

    › Zum Artikel

  • 54358221

    Neuseeländisches Unternehmen führt die Vier-Tage-Woche ein

    › Zum Artikel

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung?
Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180