„Ich bin dann mal weg.....“

Viele Deutsche träumen davon, in ein anderes Land auszuwandern. Gründe dafür gibt es einige. Oft sehen die Menschen hier keine Perspektive mehr und wollen einen Neuanfang machen. Ebenfalls empfinden einige die Bürokratie und die Arbeitslosigkeit als störend. Andere hingegen wollen einfach nur andere Religionen, Mentalitäten und Menschen kennen lernen. Südliche Länder sind besonders beliebt, da sich viele Menschen nach einem anderen Klima sehnen. Mallorca wird beispielsweise schon als die „Deutsche Insel“ bezeichnet, da sich viele Deutsche dort niedergelassen haben.
Doch ist ein Leben in Urlaubsländern wirklich so toll wie man es sich immer vorstellt?
Und auf was muss man achten?
Mich persönlich reizt Brasilien, da dort eine komplett andere Mentalität herrscht. Grundsätzlich ist zu beachten, dass man seine Ausreise genau planen muss. Man sollte sich im Klaren sein, was für Gründe man hat und was dies für Auswirkungen haben könnte. Schaft man es wirklich sein Leben hinter sich zu lassen ? Seine Familie, Freunde, sein soziales Umfeld und den Lebensstandart, der in vielen Ländern nicht so gut ist wie in Deutschland?
Wer nach Brasilien auswandern will muss ein Visum, bei der zum Wohnort zuständigen brasilianischen Auslandsvertretung in Deutschland beantragen. Man spricht portugiesisch und es wird dringend geraten einen Kurs zu belegen. Die Sprache zu beherrschen ist die wichtigste Voraussetzung um in ein anderes Land zu ziehen. Viele Menschen können außerhalb der großen Städte kein Englisch.
Brasilien ist ein Land mit vielen verschiedenen Klimazonen. Im Norden herrscht tropisches Klima, während es im Süden auch im Winter unter 0 Grad werden kann. Dementsprechend gibt es auch einige Unterschiede bezüglich der Wohnworte. Wer lieber in den ländlichen Gebieten leben will und sehr naturverbunden ist, sollte in die Regionen des Nord-Ostens ziehen. Wer die mediterrane Kultur liebt ist in Rio de Janeiro bestens aufgehoben. Wer aus wirtschaftlichen Gründen nach Brasilien auswandern will, sollte sich in den Großstädten niederlassen, da dort eine große Auswahl an Arbeitsplätzen vorhanden ist. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8 %, während sie in Deutschland bei 7,1 % liegt. Man sollte jedoch beachten, dass es in Brasilien viele Niedrigverdiener gibt. Die Menschen dort haben eine hohe Einsatzbereitschaft und Arbeitsmoral.

Doch Brasilien ist auch ein Land mit viel Kriminalität. Großstädte weisen eine besonders große Kriminalitätsrate auf, besonders in Elendsvierteln wie Favelas. Diese Gebiete werden oft von Kriminellen kontrolliert und es kommt öfters zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen Unbeteiligte zum Opfer werden können. Wer einen Stadtbummel machen will, sollte Wertgegenstände daheim lassen, da es oft zu Raubüberfallen kommt. Viele Täter stehen unter Drogeneinfluss und schrecken deshalb nicht vor Waffengebrauch zurück. Wie auch in allen anderen Ländern sollte man sein Getränk in Bars nie unbeaufsichtigt lassen. Vor allem Frauen sollten darauf achten sich in bestimmten Vierten nicht alleine aufzuhalten.
Man sollte ebenfalls mit Krankheiten rechnen, die es in Deutschland nicht gibt. Das Auswärtige Amt empfiehlt die Standartimpfungen zu überprüfen ( z.B. Tetanus, Diphtherie, Mumps, usw. ). Malaria, Dengue Fieber und AIDS sind auch weit verbreitete Krankheiten, sowie Durchfallerkrankungen durch schmutziges Wasser. Die medizinische Versorgung ist in Brasiliens großen Städten mit dem Standard in Europa zu vergleichen, wobei es auf dem Land oft hygienische Probleme gibt.
Man kann den Lebensstandart ungefähr mit den europäischen Ländern vergleichen.
Der in Deutschland ausgestellte internationale Führerschein wird in Brasilien für zwölf Monate als Fahrerlaubnis anerkannt.
Diese Hinweise klingen vielleicht etwas abschreckend, doch es wäre für mich kein Hindernis trotzdem dorthin auszuwandern. Denn mich fasziniert die brasilianische Kultur und Mentalität. Die Brasilianer sind sehr gastfreundlich und und strahlen eine große Lebensfreude aus. Deshalb ist dieses Land auch beliebt bei Urlaubern, da es kilometerlange Stände, Strandbars und ein angenehmes Klima gibt. Das weltweit bekannte Getränk Caipirinha ist das Nationalgetränk Brasiliens. Besonders berühmt ist der Karneval in Rio de Janeiro.
Meiner Meinung nach lohnt es sich auf jeden Fall in ein anderes Land zu migrieren. Man muss sich nur trauen diesen Schritt zu wagen und alles hinter sich zu lassen.
 

„Ich bin dann mal weg.....“

Informationen zum Beitrag

Titel
„Ich bin dann mal weg.....“
Autor
Sarina Beiser
Schule
Anne-Frank-Gymnasium , Rheinau
Klasse
J2 von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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