Der Frankfurter Flughafen - Der umweltbewusste Wirtschaftsmotor

Zwiespalt zwischen der Wirtschaftlichkeit und dem Umweltbewusstsein

Frankfurt. Betritt man den Flughafen von der Nordseite, fallen einem direkt die neuen riesigen Flugzeuge des Typs A380 von Airbus auf. Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Singapore Airlines besitzen 3 beziehungsweise 10 Maschinen, die teilweise auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens stehen. In einen Airbus A380 der Lufthansa passen mehr als 500 Passagiere hinein. In dem A380 der Singapur Airlines finden 480 Passagiere Platz. Um mit solchen Massen umgehen zu können, hat man den Flugsteig A+ gebaut. Dieser wurde im Oktober 2012 eröffnet. Es mussten zum Beispiel neue so genannte Finger, die die Passagiere zum Flugzeug hin- und wieder hinausführen, für den Aus- und Einstieg angebracht werden, da die vorherigen Modelle der Finger nicht an die Riesenflieger passten.

Durch solche modernen Flieger wie den A380 versucht man den Ausstoß der Treibhausgase  zu verringern. Um dies zu ermöglichen, werden auch ältere Flugzeuge wie die Boeing 767 durch neuere Maschinen wie die Boeing 787 ersetzt. Doch der Einsatz der bis jetzt 50 ausgelieferten Flugzeuge verzögert sich. Eine solche neuere Maschine fliegt 15.000 Kilometer weit, ohne einmal landen zu müssen, um neues Kerosin zu tanken. Ein weiteres Ziel ist dabei den Fluglärm zu verringern.

Es landen beziehungsweise starten 1.400 Flugzeuge pro Tag. Dies wiederum bedeutet, dass ungefähr 140.000 Passagiere pro Tag den Frankfurter Flughafen betreten. Man erwartet einen Anstieg der Passagierzahlen in den kommenden Jahren. Die größte Zunahme erwartet man, so Fraport, aus dem asiatischen Raum. Deshalb baut man das neue Terminal 3. 2020 werden fast 60 Millionen Passagiere pro Jahr vorhergesagt. Terminal 3 soll nicht nur effektiver bei der Abfertigung der Passagiere sein,  sondern auch umweltechnisch soll Terminal 3 auf dem neuesten Stand sein. Um nur ein Beispiel zu nennen, ist geplant, dass das Terminal nicht herkömmlich beheizt werden soll, da genug Wärme gespeichert wird (Passivhaus-Prinzip). Das Gebäude soll außerdem mit Geothermie, dem neuesten Stand der Technik für die Energiegewinnung, betrieben werden. Das neue Terminal soll 2016 fertiggestellt und eröffnet werden und soll 385 Hektar Fläche umfassen. Durch das neue Terminal spart  Fraport enorme Energiekosten. Die Wälder und Wiesen, die für den Bau weichen mussten, werden an anderen Orten und Stellen neu angepflanzt, um die Biodiversität zu erhalten.

Es arbeiten ca. 60 Menschen rund um den Umweltbereich. Für diesen Bereich wurden bis jetzt 240 Millionen Euro investiert. Mit diesem Geld wurde unter anderem ein großer Zaun gebaut, um Tiere vom Flughafengelände fernzuhalten und der Lärm- und Schallschutz wurde verbessert. Die Verbesserung des Lärmschutzes ist das wichtigste Projekt für Herrn Dr. Scholze, welcher der Leiter des Umweltmanagements von Fraport ist. Techniker und Ingenieure haben eine neue Technologie entwickelt, um den Fluglärm zu reduzieren. Diese Innovation befindet sich am Heck der Turbinen. Die neuen Turbinen sind mit einem Wellenrand am Heck ausgestattet. Anders als vorher, wo die Turbinen kreisförmig waren, sollen die Wellungen in der Turbine für weniger Luftzirkulation sorgen. Dadurch sinkt der Lärmpegel. Diese Technologie ist zurzeit in der Testphase, wird aber von einigen Airlines schon benutzt. Vorhanden ist sie schon in den neuen Boeing 767 und teilweise in einigen Flugzeugen des Types Airbus A380 von Lufthansa und Fly-Emirates.

Über 70.000 Menschen sind am Frankfurter Flughafen beschäftigt. Davon sind 700 bei der Fraport Tochter FraSec angestellt. Seit dem 11. September 2001 wurden die Sicherheitsvorkehrungen um ein Vielfaches verschärft. Ausschlaggebend dafür waren die Anschläge in New York im Jahr 2001. Unter anderem wurden die Kontrollen verschärft und die Anzahl von Beschäftigten der FraSec deutlich erhöht.

Auf dem Rollfeld gilt nicht die übliche Straßenverkehrsordnung. Das heißt, dass Flugzeuge Vorfahrt haben und alle anderen Fahrzeuge warten müssen, wenn ein Flugzeug vorbeifährt. Am Boden sind 6000 Mitarbeiter beschäftigt Die Anzahl der Arbeitsplätze zeigt die Wichtigkeit des Flughafens im Rhein-Main-Gebiet als Wirtschaftsmotor.

Unternehmen wie die Wirtschaftsprüfer KPMG haben sich für das Rhein-Main-Gebiet entschieden, anstatt für London oder Paris, da Frankfurt im Herzen von Europa liegt und die Infrastruktur enorm entwickelt ist. Auch für Pharmaunternehmen wie Bayer oder Fresenius ist der Flughafen wichtig, um ihre Produkte zu vertreiben.

Hessen hat das drittgrößte Bruttoinlandsprodukt (BIP) aller Bundesländer aufgrund des Frankfurter Flughafens. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen sich rund um den Flughafen angesiedelt haben.

Im Jahr 2011 wurden 500.000 Tonnen Luftfracht abgefertigt. Die Fracht wird auf einer Fläche von 52.000 Quadratmeter in Hallen umgeschlagen. Trotz dieser enormen Zahlen macht der Flughafen den größten Umsatz im Immobilienbereich mit der Vermietung von Ladenflächen

Der Frankfurter Flughafen (FRA) ist der drittgrößte Flughafen Europas, im Bereich der Passagierabfertigung. Im Bereich  Cargo ist Frankfurt in dem europaweiten Ranking auf Platz 2. Der Flughafen an sich, umfasst eine Fläche von 21 Quadratkilometer und ist damit ein relativ kleiner Flughafen im Vergleich zu London Heathrow.
 
Die Lufthansa hat ihren Hauptsitz in Frankfurt, dort ist auch ihre Technik-Abteilung, in der sie nicht nur ihre eigenen "Vögel" reparieren, sondern auch die von anderen Airlines.

Fraport betreibt weltweit noch andere Flughäfen, an diesen versuchen sie so umweltfreundlich wie möglich zu agieren.

Es sind neue Siedlungen in der Nähe vom Frankfurter Flughafen geplant, wo sich Arbeitnehmer und Unternehmen ansiedeln sollen. Zwar sind diese näher am Arbeitsplatz, aber aufgrund des Lärms ist es sehr schwer Menschen dort anzusiedeln.
Zwar macht der Frankfurter Flughafen gute Fortschritte im Bereich Umwelt und Klimaschutz, aber im Bereich Lärmschutz gibt es noch einiges zu tun.
Die Zukunft wird zeigen, wie sich diese Problematik weiter entwickelt. Fraport setzt vor allem auf technischen Fortschritt, um die Umweltbilanz zu verbessern.

Informationen zum Beitrag

Titel
Der Frankfurter Flughafen - Der umweltbewusste Wirtschaftsmotor
Autor
Henry Buxmann, Philip Hay, Philipp Nonnast, Alexander Rauch
Schule
Begemann Schule, Frankfurt am Main
Klasse
E1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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