Die Ozeane – Biodiversität bald nur noch Wunschgedanke?

Ungefähr drei Viertel der Erdoberfläche werden von Wasser bedeckt. Somit ist der größte Teil der Erde mit Wasser bedeckt, obwohl die Wassermenge in Kugelform nicht einmal ein Fünftel des Volumens der Erdkugel erreicht. Trotzdem verändern die Ozeane und Flüsse seit Millionen von Jahren nicht nur das Klima der Erde, sondern auch ihre Oberfläche selbst. Ein wichtiges Indiz für den Zustand der Erde, ist der Zustand der Ozeane und Meere.

Das Phytoplankton, welches die Basis der Nahrungskette im Wasser bildet, reagiert empfindlich auf Klimaveränderungen, obwohl es zum Teil auch an diesen beteiligt ist. Durch die Erwärmung der Meere kommt es zu einer Abnahme des Phytoplanktons um circa ein Prozent pro Jahr. Dies kann katastrophale Folgen nach sich ziehen, denn Phytoplankton bildet die Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen der Meere. Außerdem fehlt aufgrund der Abnahme des Phytoplanktons eine wichtige Komponente im Stoffkreislauf der Erde. Das Phytoplankton wandelt um die 40 Prozent Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um. Geht der Phytoplankton-Bestand also weiterhin so zurück, fehlen bald nicht nur Sauerstoff, sondern auch Fische für Fischerei und es entsteht ein Kohlenstoffdioxid-Überschuss auf der Erde.

Aber nicht nur das Phytoplankton ist durch den Klimawandel bedroht. Auch unser schönstes und größtes Korallenriff vor der Küste Australiens, das Great Barrier Reef, ist bedroht. Die durch die Klimaerwärmung auftretenden Veränderungen schaden den Korallen im Great Barrier Reef sehr. So kommt es zu Verlusten durch häufiger auftretenden Zyklonen, Seesternen, die die Korallen auffressen und die Versauerung des Wassers. Was letztendlich wieder an uns hängen bleibt. Die Kohlenstoffdioxidproduktion ist einfach zu hoch. Aber das ist noch nicht alles, viele Taucher und die Landwirtschaft zerstören das Korallenriff, durch ihr unnachsichtiges Vorgehen. Doch seien Sie nicht besorgt - damit wir uns bald nicht ganz vom Great Barrier Reef verabschieden müssen, wurden bereits verschiedenste Maßnahmen ergriffen, diese können Sie in einem 25-Jahre-Plan nachlesen.

Wenden wir unseren Blick anderen Entwicklungen zu, denn nicht nur das Great Barrier Reef wird von unserer konsumorientierten Gesellschaft zerstört, auch viele Fischbestände sind durch Überfischung bedroht. Verständlich – wer hat denn nicht gerne Fischstäbchen am Dienstag und Scholle am Sonntag auf dem Teller – schmeckt ja auch. Aber sollten wir unser Handeln nicht auch einmal überdenken? Einmal weniger Fisch und dafür regionale Kost? Denn die Fischbestände werden nicht nur systematisch, sondern auch mit neuester Technik verfolgt und in Massen mit riesigen Netzen gefangen. So werden unsere Meere und Ozeane ausgeplündert und mit den Folgen müssen am Ende wir leben. Denn was passiert, wenn es keine Fische mehr geben wird? Ein Übermaß an Quallen, ein Massenverhungern unter und über Wasser sind nur ein kleiner Teil der verheerenden Folgen. Zwar können wir die Folgen noch abwenden, aber dafür müssen wir handeln – und zwar jetzt.

Die Überfischung ist nicht das einzige Problem, womit die Gewässer kämpfen müssen. Sowohl schwimmende Plastikmüllinseln, als auch die Ölkatastrophen belasten die Weltmeere stark. Seehunde ersticken in Plastikgefäßen, wie Flaschen oder bleiben in Getränkekisten hängen, genauso wie Fische und Delphine in alten Fischernetzen hängen bleiben. Der  Plastikmüll tötet die Meeresbewohner, genauso wie der Mensch die Ozeane durch Überfischung ausplündert. Aber auch gelegentliche Lecks in Bohrinseln oder Öltanker, die auf Grund laufen sind ein Problem für die Meeresbewohner. Pinguine und Möwen, die von Öl verklebte Gefieder haben und keine Nahrung finden, Fische, die an der Meeresoberfläche leben, Pflanzen und Seehunden werden durch das Öl gefährdet.  Obwohl die Ozeane eine Vielzahl verschiedenster Lebensräume für eine enorm große Artenvielfalt bilden, nutzen und verschmutzen wir diese stark ohne nachhaltig zu denken und verursachen so einen starken Verlust an Biodiversität ohne uns darum zu kümmern. Können wir die Verantwortung für unser Handeln einfach ignorieren? Nein, denn die Verschmutzung der Ozeane bringt unsere Erde aus ihrem natürlichen Gleichgewicht.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Die Ozeane – Biodiversität bald nur noch Wunschgedanke?
Autor
Charlotte Saler
Schule
Ursulaschule, Osnabrück
Klasse
Politikkurs Stufe 12 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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