Die Moore Deutschlands – Unauffällige Schützer der Natur

Die Reaktion "Was ist an einem Haufen Erde so besonders?" ergibt sich oft, wenn man Leute auf das Moorsterben anspricht. Dass die Menschen unmittelbar an diesem Moorsterben beteiligt sind, ist vielen nicht klar. Die Wichtigkeit des Moores, vor allem ihr wichtiger Beitrag zum Klimaschutz wird oft unterschätzt. Doch was steckt hinter dem so unscheinbar wirkenden Ökosystem?

Das Moor beherbergt nicht nur zahlreiche Pflanzen und Tierarten, die eine Artenvielfalt ausmachen, die innerhalb von anderen Ökosystemen nicht überleben könnten, sondern ist in seiner Funktion ebenfalls unersetzlich. Fakt ist, dass Moore die Fähigkeit besitzen Wasser mithilfe ihrer Schwemmböden aufzunehmen. Bei starkem Regenfall zum Beispiel werden so große Wassermengen aufgenommen und der Boden des Moores aufgeschwemmt. Nach und nach wird dieses Wasser wieder an die Atmosphäre abgegeben. Somit schützen sie die Menschen vor Überschwemmungen und Flutkatastrophen.

Durch eine hohe Produktivität ausgezeichnet, sodass sie also mehr Biomasse mithilfe von Fotosynthese herstellen, als verbraucht wird, ist die wohl wichtigste Funktion der Moore ihr Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Fotosyntheseleistung wird Kohlenstoff zu großen Mengen aufgenommen und somit gespeichert.

"Aber was hat das Ganze mit mir zu tun?" mag sich nun der ein oder andere fragen, denn dass wir in Norddeutschland sehr große Flächen an Mooren besitzen, ist vielen nicht klar. Weniger noch ist die Tatsache bekannt, dass dieses Ökosystem langsam durch Entwässerung und Torfabbau zum Gewinn von Blumenerde ausstirbt. Kaum eine Gärtnerei oder kaum ein Hobbygärtner nutzt torffreie Blumenerde. Torf zeichnet sich durch Eigenschaften aus, die besonders vorteilhaft für die Pflanzen sind, beispielsweise die Fähigkeit Wasser über einen längeren Zeitraum zu speichern oder hohe Luftdurchlässigkeit. Trotz Alternativen werden dennoch durch den Torfabbau in Deutschland jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen CO2 frei. Laut Magnus Wessel, Referent für Natur- und Artenschutz beim Naturschutzbund Deutschland, werden jährlich etwa zehn Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes dadurch verursacht, dass Moore nicht vor dem Austrocknen bewahrt werden würden. Allein durch den Verzicht auf Blumenerde, die Torf enthält, kann also jeder Einzelne ein Ökosystem schützen, dass einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Noch vor wenigen Jahrzehnten bedeckten Moore 4,2% der Flächen in Deutschland. Von der Gesamten Moorlandschaft sind nun jedoch nur noch ca. 5% übrig geblieben. In Niedersachsen gibt es somit heutzutage 200m2  natürlicher Moorlandschaften. Im Gegensatz dazu gibt es jedoch 4000m2 gestörter Moorflächen. Somit bilden nur etwa 4,8% der Moore ein intaktes Ökosystem. Für den Erhalt dieser gestörten Moorflächen setzten sich verschiedene Organisationen ein. Der Prozess des immer weiteren Aussterbens der Moore kann verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Zum einen durch Initiativen gegen den weiteren Torfabbau, zum anderen wurden viele Moorlandschaften künstlich entwässert, da sie als unbrauchbares Land galten und so für zum Beispiel die Landwirtschaft nutzbar wurden.

Der Naturschutzbund Deutschland ist eine Organisation, die auch in der Region des Osnabrücker Landes tätig wird. Hier befindet sich beispielsweise das Venner Moor. Auch dieses ist in den letzten Jahren immer weiter geschrumpft. Künstliche Wiedervernässung von diesem ist notwendig, damit das Ökosystem, somit also auch der Stoffwechselkreislauf und die Speicherung von CO2, weiter selbstständig und intakt funktionieren können. Jeder kann hier selbst aktiv werden und dadurch die Renaturierung der Moore gewährleisten. Aber natürlich kann auch beim täglichen Einkauf darauf geachtet werden, auf Produkte, die Torf enthalten, zu verzichten.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Die Moore Deutschlands – Unauffällige Schützer der Natur
Autor
Katharina Schmidt
Schule
Ursulaschule, Osnabrück
Klasse
Politikkurs Stufe 12 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

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